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AfD gewinnt Sachsen-Anhalt, zur Mehrheit im Landtag fehlen drei Sitze

07. September 2026 // Geschrieben von Redaktion
Rubrikbild Die Lage am Morgen: Sonnenaufgang über einer Landschaftssilhouette mit Kirche, Viadukt, Burg und Windmühle, dazu das Fingerklopfer-Logo

Die Lage am Morgen · Montag, 7. September 2026

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent gewonnen und stellt künftig 39 der 83 Abgeordneten. Zur absoluten Mehrheit fehlen ihr drei Sitze. Die CDU verliert 19,9 Prozentpunkte, kommt auf 17,2 Prozent und hat in keinem der 41 Wahlkreise ein Direktmandat geholt. Die Auszählung ist seit dem frühen Morgen abgeschlossen.

Das amtliche Ergebnis: 43,8 Prozent für die AfD, 17,2 für die CDU

Die Landeswahlleitung hat in der Nacht zum Montag um 3.21 Uhr das vorläufige Ergebnis aus allen 2.661 Wahlbezirken vorgelegt. Danach entfielen auf die AfD 576.037 Zweitstimmen oder 43,8 Prozent, auf die CDU 226.622 oder 17,2 Prozent. Es folgen die SPD mit 9,3 Prozent, die Grünen mit 8,9 und die Linke mit 8,6. Das BSW zieht mit 5,3 Prozent erstmals in den Landtag ein. Die FDP, bislang an der Regierung beteiligt, verfehlt mit 2,6 Prozent den Wiedereinzug. Gegenüber der Wahl von 2021 gewinnt die AfD nach Angaben des Statistischen Landesamts 23,0 Prozentpunkte hinzu, die CDU verliert 19,9; die FDP gibt 3,8 Punkte ab, die Linke 2,4. Von 1.706.851 Wahlberechtigten gaben 1.328.211 eine Stimme ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 77,8 Prozent; vor fünf Jahren waren es nach Angaben des Deutschlandfunks rund 60 Prozent.

39 von 83 Sitzen: Rechnerisch ist keine Regierung in Sicht

Der neue Landtag hat 83 Sitze. Auf die AfD entfallen davon 39, auf die CDU 15, auf Linke, SPD und Grüne je acht und auf das BSW fünf. Für eine Mehrheit sind 42 Stimmen nötig. Die AfD bräuchte also einen Partner; alle übrigen Parteien haben eine Koalition mit ihr bislang ausgeschlossen, das BSW zeigte sich für Gespräche offen. Eine Regierung ohne die AfD setzte voraus, dass sich alle fünf anderen Fraktionen auf eine Zusammenarbeit verständigen. BSW-Parteigründerin Sahra Wagenknecht forderte einen „politischen Neubeginn" und nannte als Ziele einen Kurswechsel in der Energiepolitik, ein Ende der Russland-Sanktionen und eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wann der neue Landtag zusammentritt, stand am Montagmorgen noch nicht fest.

In allen 41 Wahlkreisen verliert die CDU das Direktmandat

Die AfD hat 38 der 41 Wahlkreise direkt gewonnen, die Linke drei — einen in Magdeburg und zwei in Halle. Die CDU, die 2021 noch 40 Wahlkreise geholt hatte, gewann keinen einzigen. Ihre 15 Sitze kommen sämtlich über die Landesliste zustande. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund setzte sich im Wahlkreis Genthin mit 49,0 Prozent der Erststimmen gegen den CDU-Bewerber Thomas Staudt durch, der auf 24,0 Prozent kam. Landesweit erreichte die AfD 44,3 Prozent der Erststimmen, die CDU 24,0 Prozent.

Die SPD kündigt Korrekturen im Bund an, die Union widerspricht

SPD-Chef Lars Klingbeil nannte das Ergebnis ein „Signal an Berlin" und einen Grund, über die Politik der Bundesregierung nachzudenken. Generalsekretär Tim Klüssendorf nannte die Reformen bei Rente und Pflege sowie den Bundeshaushalt als Punkte mit Gesprächsbedarf; vor allem die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren treffe die eigene Anhängerschaft. Co-Parteichefin Bärbel Bas hält einen Sonderparteitag derzeit nicht für vordringlich. Aus der Union kam Widerspruch: Kanzleramtsministerin Nina Warken sprach von einer „Zäsur", zugleich müssten die angestoßenen Reformen erst wirken, an ihnen sei festzuhalten. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sagte der Rheinischen Post, das Wahlergebnis ändere nichts am Reformbedarf des Landes.

Neu zur Sabotageserie: Suche erfolglos, zwölf Sprengsätze in Sachsen

Die Suche nach dem Tatverdächtigen im Fall der Angriffe auf das Stromnetz ist am Sonntag ohne Ergebnis geblieben. Die Polizei durchsuchte mit einem Großaufgebot den Hambacher Forst bei Kerpen westlich von Köln und fand keine Hinweise; die Fahndung geht weiter. Nach Beobachtung eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur waren bis zu 100 Polizeifahrzeuge im Einsatz. Gesucht wird ein 48-Jähriger aus Gevelsberg, der nach Einschätzung der Ermittler mit einem Fahrrad unterwegs sein soll; die Polizei Brandenburg fahndet seit Samstag öffentlich mit zwei Fotos. Er hat ein Bekennerschreiben mit seinem Namen unterzeichnet; ob er für die darin beschriebenen Taten verantwortlich ist, ist offen. Neu ist der Umfang in Sachsen: Dort wurden in den Landkreisen Bautzen und Görlitz nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Dresden zwölf selbstgebaute Sprengvorrichtungen gefunden. Die sächsischen Behörden prüfen einen Zusammenhang mit den Funden in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. In allen drei Ländern wird Braunkohle abgebaut und verstromt.

Neu zum Bericht vom 1. September: Die erbeuteten Berliner Daten sind draußen

Die Erpresser der Berliner Verwaltung haben ihre Drohung wahr gemacht und in der Nacht zum Sonntag ein zweites Datenpaket veröffentlicht, das nach Angaben der Senatskanzlei unter anderem Zugangsdaten enthält. Am 1. September hatten die Täter noch zwei Millionen Euro gefordert und mit dem Verkauf gedroht; der Senat zahlte die geforderten 30 Bitcoin nicht, seit Freitag stehen die Daten im Darknet. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat ihre Maßnahmen nachgeschärft; bei Fachverfahren der Bauverwaltung kann es kurzfristig zu Einschränkungen kommen, Auswirkungen für Bürger schloss eine Sprecherin nicht aus. Welche Verfahren betroffen sind, teilte sie nicht mit. Abgeschöpft wurden zwischen dem 7. und dem 12. August 1,44 Millionen Dateien mit 5,8 Terabyte. Nach Berichten von Tagesspiegel und Spiegel, auf die sich die Tageszeitung beruft, sollen darunter auch Unterlagen zu Heizkraftwerken, Umspannwerken, Wasserwerken und Gefängnissen sein. An der Aufklärung sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz beteiligt.

Der Internationale Gerichtshof verhandelt über deutsche Rüstungsexporte

In Den Haag befasst sich der Internationale Gerichtshof an diesem Montag erneut mit deutschen Rüstungsexporten nach Israel. Nicaragua hatte geklagt und wirft der Bundesrepublik Beihilfe zum Völkermord vor; die Ausfuhren verletzten die Genozid-Konvention. Die Bundesregierung weist die Vorwürfe als haltlos zurück und hält das Gericht für nicht zuständig, weil Israel selbst nicht Partei des Verfahrens ist. 2024 wies das Gericht einen Eilantrag Nicaraguas ab — der Forderung Deutschlands, die Klage insgesamt abzuweisen, kam es damals aber nicht nach.

Ukraine: US-Gesandte reisen ohne Ergebnis aus Kiew ab

Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner haben Kiew nach Gesprächen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj wieder verlassen; tags zuvor waren sie in Moskau bei Präsident Wladimir Putin. Witkoff forderte vor der Abreise beide Seiten zu Kompromissen auf. Selenskyj erklärte, territoriale Fragen könnten nur bei einem Treffen der Staatschefs geklärt werden, und äußerte sich zu den Aussichten auf einen baldigen Frieden zurückhaltend. Dauere der Krieg bis in den Winter, brauche das Land weitere Unterstützung.

Iran kündigt eine Sperrzone nahe der Straße von Hormus an

Der Iran will in den kommenden Tagen im Persischen Golf eine Sperrzone ausweisen. Jedes Schiff, das dort einfahre, werde auf eine Sanktionsliste gesetzt, sagte der Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, im iranischen Staatsfernsehen. Teheran hält die Meerenge weitgehend blockiert, die USA haben im Gegenzug eine Seeblockade iranischer Häfen verhängt; die Ölpreise sind daraufhin erneut gestiegen. Der Iran selbst hat inzwischen Schwierigkeiten beim Ölhandel und kündigte am Sonntag höhere Kraftstoffpreise für Großverbraucher an.

Eine Rakete aus Ottobrunn bringt fünf Satelliten in die Umlaufbahn

Das Unternehmen Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München hat beim zweiten Testflug seiner Trägerrakete Spectrum fünf Satelliten in eine Umlaufbahn in rund 500 Kilometern Höhe gebracht. Die 28 Tonnen schwere Rakete startete am Samstag um 22.12 Uhr vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya. Beim ersten Testflug im März 2025 war sie nach 30 Sekunden abgestürzt. Nach Angaben des Unternehmens starteten die USA im vergangenen Jahr 198 Raketen, europäische Anbieter acht; die Europäische Weltraumorganisation hat mit Isar Aerospace zuletzt einen Vertrag über 200 Millionen Euro geschlossen.

Nepal: fast 1.400 Tote nach der Sturzflut

Elf Tage nach der Sturzflut im Himalaya ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf fast 1.400 gestiegen, nahezu alle auf nepalesischer Seite. Mehr als 4.500 Menschen werden weiter vermisst. Die Wassermassen erfassten mehrere Wasserkraftwerke; Hunderte Beschäftigte werden in deren Stollen und Schächten vermutet. Am Sonntag fanden Rettungskräfte zwei Überlebende; die Bergungsarbeiten dauern an.

Termine

  • Donnerstag, 10. September — bundesweiter Warntag.
  • Sonntag, 13. September — Kommunalwahl in Niedersachsen.

Vorgeschichte Zur Serie von Angriffen auf das Stromnetz: Von der Russland-Spur zur Fahndung nach einem Einzeltäter (5. September) und Drei Angriffe auf das Stromnetz — und die Frage, was davon belegt ist (2. September).


Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Auswahl, Verdichtung und Formulierung erfolgten maschinell; vor der Veröffentlichung wurde er von einem Redakteur geprüft und freigegeben. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist die Redaktion.