Hessens Landkreise fordern für 2027 eine Soforthilfe des Landes

Der Tag in der Region · Donnerstag, 3. September 2026
Die hessischen Landrätinnen und Landräte haben in Berlin einen gemeinsamen Appell zu den Kommunalfinanzen beschlossen. Sie verlangen darin eine erneute Stabilisierungsmaßnahme des Landes für 2027 und eine strukturelle Reform des Kommunalen Finanzausgleichs. Betroffen sind auch die Kreise Limburg-Weilburg und Lahn-Dill, deren Haushalte zu großen Teilen von Sozialausgaben bestimmt werden.
Landkreise: Zuwächse im Finanzausgleich reichen nicht
Die hessischen Landrätinnen und Landräte haben bei ihrem Landräteseminar in Berlin einen gemeinsamen Appell zur Zukunft der Kommunalfinanzen verabschiedet. Kern ist die Forderung, dass der Bund bei seinen Reformvorhaben die Belastung der Landkreise senkt: Änderungen an gesetzlicher Krankenversicherung, Alterssicherung und weiteren Sicherungssystemen dürften keine zusätzlichen Kosten auf Länder und Kommunen verlagern. Für 2027 verlangen die Landkreise eine erneute Stabilisierungsmaßnahme des Landes; die erwarteten Zuwächse im Kommunalen Finanzausgleich reichten nicht aus, um die steigenden Pflichtausgaben aufzufangen. Für die Neuordnung des Finanzausgleichs im Jahr 2028 erwarten sie eine Reform, die sich an den tatsächlichen Aufgaben und Ausgaben orientiert. Der Präsident des Hessischen Landkreistags, Landrat Bernd Woide, sagte, die kommunale Finanzkrise lasse sich nicht dauerhaft mit mehr Geld auffangen, solange bundespolitische Entscheidungen die Ausgaben weiter nach oben trieben. Der Appell nimmt auch die eigene Ebene in den Blick: Land und Kommunen sollen gemeinsam prüfen, welche Standards nötig bleiben und wo Aufgaben gebündelt werden können. Die im hessischen Zukunftspakt vereinbarten Ansätze bei Eingliederungshilfe, SGB II und Sozialhilfe sollen dabei auch gegenüber dem Bund weiterverfolgt werden. Auf dem Seminar sprachen die Landräte zudem über den Wohnungsbau sowie mit Vertretern von Bundeswehr, Verteidigungsministerium und hessischem Innenministerium über die Umsetzung des Verteidigungsplans OPLAN DEU und den geplanten Aufwuchs der Bundeswehr.
K 82 bei Staudt bleibt zwei Wochen länger gesperrt
Die Vollsperrung der K 82 am Bahnübergang Staudt im Westerwaldkreis dauert länger als angekündigt. Statt bis zum 4. September bleibt die Strecke bis einschließlich 18. September gesperrt. Die Umleitung führt unverändert über die K 145 in Richtung Wirges, die K 142 „Steinerne Brücke" und die L 300 bis zum Knoten K 82 und in der Gegenrichtung ebenso. Einen Grund für die Verlängerung nennt die Kreisverwaltung nicht.
Neu zum Bericht vom 31. August: Landratswahl amtlich festgestellt
Der Kreiswahlausschuss des Westerwaldkreises hat das Ergebnis der Stichwahl vom 30. August festgestellt: Auf Klaus Lütkefedder (CDU) entfielen 60,6 Prozent der gültigen Stimmen, die Wahlbeteiligung lag bei 30,9 Prozent — im vorläufigen Ergebnis waren es 31,0 Prozent gewesen. Ernannt wird der neue Landrat am 11. September in einer Sitzung des Kreistags.
Falsche Polizeibeamte rufen in der Verbandsgemeinde Diez an
In der Verbandsgemeinde Diez häufen sich Anrufe von Betrügern, die sich als Polizeibeamte ausgeben und von Einbrüchen in der Nachbarschaft berichten. Die Polizeidirektion Montabaur weist darauf hin, dass die Polizei am Telefon in keinem Fall die Herausgabe von Bargeld oder Wertgegenständen fordert, und rät, solche Gespräche früh zu beenden. Wer einen derartigen Anruf erhalten hat, soll sich bei der Polizeidienststelle melden.
80 Berufsschüler in Limburg hören Rechtsmediziner und Notfallseelsorge
An der Adolf-Reichwein-Schule in Limburg hat das Polizeipräsidium Westhessen am Donnerstag das Präventionsprogramm „CrashKurs" durchgeführt. Rund 80 Schülerinnen und Schüler der Berufsschule hörten Erfahrungsberichte eines Beamten des Regionalen Verkehrsdienstes, eines Rechtsmediziners und von Mitarbeiterinnen der Notfallseelsorge über die Folgen von überhöhter Geschwindigkeit, Ablenkung und Alkohol am Steuer. Ein Schwerpunkt lag auf E-Scootern; im Anschluss gab es einen Rauschbrillen-Parcours. Das Programm richtet sich hessenweit an Oberstufen und Berufsschulen; Schulen können sich an die Verkehrsprävention des Präsidiums wenden.
Medizinstudierende besuchen Hausarztpraxen im Lahn-Dill-Kreis
Zum dritten Mal haben Medizinstudierende der Justus-Liebig-Universität Gießen eine Woche lang Einrichtungen im Lahn-Dill-Kreis besucht. Bei der Interprofessionellen Woche gingen sie in Hausarztpraxen, Pflegeeinrichtungen und therapeutische Einrichtungen, unter anderem zur Lebenshilfe Dillenburg. Der Kreis verfolgt damit ausdrücklich auch das Ziel, für eine ärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum zu werben. Die erste Woche dieser Art fand im September 2025 statt, die zweite im März 2026.
Waldbrandzug übt am Samstag in Singhofen — mit Parkverboten
Der Waldbrandzug des Rhein-Lahn-Kreises übt am Samstag, dem 5. September, von 7 Uhr bis etwa 15 Uhr in der Gemarkung Singhofen. Rund um das Feuerwehrgerätehaus, im Gewerbegebiet am Postverteilzentrum und auf dem Rundweg um die Fischweiher ist mit Behinderungen durch Fahrzeuge und verlegte Schlauchleitungen zu rechnen. Beidseitige Parkverbote gelten in der Arnsteiner Straße von Hausnummer 8 bis zum Gerätehaus sowie auf den Parkflächen der Walter-Gemmer-Straße; am Rundweg zwischen altem Gerätehaus, Fischweihern und Gewerbegebiet gilt teilweise ein Durchfahrverbot.
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