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Anklage: Berliner Agenturchefin soll für Russlands Geheimdienst gearbeitet haben

15. September 2026 // Geschrieben von Redaktion
Rubrikbild Die Lage am Morgen: Sonnenaufgang über einer Landschaftssilhouette mit Kirche, Viadukt, Burg und Windmühle, dazu das Fingerklopfer-Logo

Die Lage am Morgen · Dienstag, 15. September 2026

Eine Berliner Agenturchefin und Vorsitzende eines Lobbyvereins soll über Jahre für einen russischen Geheimdienst gearbeitet haben. Die Bundesanwaltschaft hat Anklage erhoben. Außerdem: eine Berichtigung zu den Nachzählungen in Sachsen-Anhalt, die Union in der Kanzlerdebatte und eine Waffenruhe, die bisher nur Trump verkündet.

Anklage wegen Agententätigkeit für Russland

Die Bundesanwaltschaft hat vor dem Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin Anklage gegen Ilona W. erhoben, eine deutsche und ukrainische Staatsangehörige. Sie betrieb in Berlin eine Marketingagentur, war Vorsitzende eines Lobbyvereins und nach Darstellung der Anklage weit in militärische und politische Kreise vernetzt. Spätestens seit Oktober 2023 soll sie Kontakt zu einem hauptamtlichen Geheimdienstmitarbeiter der russischen Botschaft in Berlin gehalten haben. Sie habe ihn über Jahre auf hochkarätige Veranstaltungen hingewiesen und dafür gesorgt, dass er sie besuchen konnte, teilweise unter falschem Namen. So habe er ein eigenes Netzwerk für nachrichtendienstliche Zwecke aufbauen sollen. Außerdem soll sie versucht haben, Personen aus dem Bundesministerium der Verteidigung und der Rüstungsindustrie zu gewinnen, und im Auftrag ihres Kontaktmannes Informationen zur deutschen Verteidigungspolitik gesammelt haben, vor allem mit Blick auf den Krieg gegen die Ukraine. Ilona W. wurde am 21. Januar festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Über die Zulassung der Anklage entscheidet das Kammergericht; bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Sachsen-Anhalt: Berichtigung zu den Nachzählungen

Im Burgenlandkreis wurden nicht 9.438, sondern 12.114 Stimmzettel aus 35 der 230 Wahllokale nachgezählt. Die vierte und letzte Nachzählung endete am 11. September, gravierende Mängel fand der Kreiswahlleiter nicht. In der Ausgabe vom 14. September stand noch der Stand vom 9. September; die Abschlussmitteilung haben wir übersehen. Das Ergebnis des Kreiswahlausschusses vom Montag ist noch nicht veröffentlicht. Im Landkreis Wittenberg ist Wahlkreis 25 festgestellt. Die zwei gleichen Briefwahlbezirke in Gräfenhainichen, die wir am 8. September als Erfassungsfehler beschrieben hatten, gehen laut Kreis tatsächlich auf einen Eingabefehler zurück.

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Union: Rückendeckung für Merz, Tiefstwert in einer Umfrage

In der Debatte über die Zukunft des Kanzlers stellen sich führende Unionspolitiker hinter Friedrich Merz. Unionsfraktionsvize Mathias Middelberg nannte die Debatte im Deutschlandfunk überflüssig, Außenminister Johann Wadephul die Bundesregierung „wirklich sehr stabil". AfD-Chefin Alice Weidel forderte Neuwahlen. In einer YouGov-Umfrage fällt die Union auf 18 Prozent, ihren niedrigsten Wert bei diesem Institut; die AfD liegt bei 29. Andere Institute sehen die Union bei 20 bis 22,5 Prozent. 51 Prozent der Befragten meinen laut YouGov, eine Zusammenarbeit mit der AfD solle nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, im August waren es 44.

Energie: Rückstände bei Strom und Gas, Streit um Spritpreise

Rund 3,8 Millionen Menschen lebten 2025 in Haushalten mit Zahlungsrückständen bei Strom- oder Gasanbietern, 4,6 Prozent der Bevölkerung, meldet das Statistische Bundesamt. 2024 waren es 5,0 Prozent. Mieter sind häufiger betroffen als Eigentümer. Beim Sprit hält die Debatte über Entlastungen an: Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) fordert einen Preisdeckel und eine Übergewinnsteuer, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt einen neuen Tankrabatt ab. Durch die Straße von Hormus fuhren am Montag nach Daten des Analysedienstes Kpler nur noch vier Frachter, vor dem Krieg waren es mehr als 120 am Tag.

Ukraine: Waffenruhe verkündet, Sanktionen vertagt

US-Präsident Donald Trump hat eine Teil-Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine verkündet, die Angriffe auf Energieanlagen beenden soll. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich skeptisch: Er unterstütze den Vorstoß nur, wenn Moskau den Krieg wirklich beenden wolle. Aus Moskau gab es zunächst keine Stellungnahme. In der EU konnten sich die Mitgliedstaaten nicht darauf einigen, die heute auslaufenden Sanktionen gegen rund 3.000 Personen und Unternehmen um ein Jahr zu verlängern. Nach dpa-Informationen verlangt die Slowakei, die Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Usmanow aufzuheben. Es gilt jetzt eine Frist von einer Woche.

Kurz gemeldet

  • Angriffe auf Parteivertreter: Im ersten Halbjahr wurden 499 Straftaten gegen Parteirepräsentanten und -mitglieder gemeldet, 193 davon betrafen die AfD, 121 die CDU.
  • Schweden: Nach der Parlamentswahl liegen Mitte-links und das konservative Lager fast gleichauf; die Schwedendemokraten verlieren.
  • Litauen-Brigade: Verteidigungsminister Boris Pistorius will mehrere Hundert Soldaten per Versetzungsbefehl zur Panzerbrigade 45 schicken.
  • Ukraine: Selenskyj hat Generalstaatsanwalt Krawtschenko nach Korruptionsvorwürfen entlassen.

Termine

  • Mittwoch, 16. September — Die neuen EZB-Zinssätze treten in Kraft.
  • Sonntag, 20. September — Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und zum Landtag in Mecklenburg-Vorpommern.
  • Dienstag, 22. September — Der Landeswahlausschuss stellt das Endergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fest.
  • Sonntag, 27. September — Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Hannover.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Auswahl, Verdichtung und Formulierung erfolgten maschinell; vor der Veröffentlichung wurde er von einem Redakteur geprüft und freigegeben. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist die Redaktion.