Inflation steigt auf 3,3 Prozent, getrieben von Sprit und Heizöl

Die Lage am Morgen · Mittwoch, 14. Oktober 2026
Die Verbraucherpreise lagen im September um 3,3 Prozent über dem Vorjahr, so hoch war die Inflation zuletzt im Dezember 2023; Kraftstoffe kosteten 37, Heizöl 75 Prozent mehr. Außerdem: Die Koalition hat sich auf die Zuckersteuer geeinigt, die CDU in Magdeburg beschließt den Auszug bei der Siegmund-Wahl, und in Berlin legen SPD und Grüne die Sondierungen mit der Linken auf Eis.
Inflation: 3,3 Prozent, Energie fast 15 Prozent teurer
Die Inflationsrate lag im September bei 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im August und 2,8 Prozent im Juli; es war der höchste Wert seit Dezember 2023, teilt das Statistische Bundesamt mit. Verantwortlich sind die Energiepreise, die um 14,9 Prozent über dem Vorjahr lagen: Kraftstoffe verteuerten sich um 37,1 Prozent, leichtes Heizöl um 74,9 Prozent. Strom (minus 5,5 Prozent), Erdgas und Fernwärme waren dagegen günstiger als vor einem Jahr, teils wegen der Entlastungen der Regierung. Die erneute Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe ist in den Zahlen noch nicht enthalten, sie gilt erst seit dem 1. Oktober (Bericht vom 2. Oktober). Nahrungsmittel kosteten nur 0,4 Prozent mehr; Eier und frisches Gemüse wurden deutlich teurer, Butter dagegen um 29,5 Prozent billiger. Ohne Nahrungsmittel und Energie lag die Teuerung wie im Juli und August bei 2,4 Prozent. Gegenüber August stiegen die Preise insgesamt um 0,6 Prozent.
Zuckersteuer: Koalition einigt sich, Kabinett heute
Neu zu unserem Bericht vom Montag: Union und SPD haben sich auf die Zuckersteuer geeinigt; ein Entwurf soll heute im Kabinett beschlossen werden, berichtet der Deutschlandfunk unter Verweis auf Agenturen. Laut Redaktionsnetzwerk Deutschland wird sie zweistufig: Ab Mitte kommenden Jahres sollen 26 Cent je Liter für gesüßte Getränke mit mindestens 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter fällig werden, ab 8 Gramm 32 Cent. Hersteller, die weniger als eine Million Liter gezuckerte Getränke im Jahr herstellen, sind ausgenommen. Finanzminister Klingbeil erwartet ab 2028 rund eine Milliarde Euro im Jahr. Das Kanzleramt hatte seinen ersten Entwurf Anfang Oktober gestoppt. Hessens Ministerpräsident Rhein (CDU) nannte die Abgabe vor der Einigung eine „Teuer-Steuer"; es gehe nicht um Gesundheit, sondern um Haushaltslöcher des Bundes.
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NEWSLETTER ABONNIERENSachsen-Anhalt: CDU beschließt Auszug bei der Siegmund-Wahl
Neu zu unserem Bericht von gestern: Die CDU-Fraktion in Magdeburg hat beschlossen, bei der Ministerpräsidentenwahl im Dezember geschlossen den Saal zu verlassen; 14 Abgeordnete stimmten dafür, der frühere Fraktionschef Heuer enthielt sich, berichtet die Berliner Zeitung. Er will klären, was der Auszug für einen zweiten Wahlgang bedeutet. In den ersten beiden Wahlgängen braucht der AfD-Kandidat Siegmund die Mehrheit aller 83 Abgeordneten, also 42 Stimmen; die AfD hat 39, erläutert der Deutschlandfunk anhand der Landesverfassung. Im dritten Wahlgang genügt die Mehrheit der abgegebenen Stimmen: Bliebe die CDU dann draußen, reichten 34. Wie sich die Fraktion im dritten Wahlgang verhält, ließ ihr Vorsitzender Schulze offen. Bis zur Wahl eines Nachfolgers bleibt er als Ministerpräsident im Amt.
Berlin: SPD und Grüne unterbrechen Sondierungen mit der Linken
Die Berliner SPD und die Grünen haben die Sondierungen mit der Linken unterbrochen, meldet der Deutschlandfunk. Anlass ist die Aufnahme der Neuköllner Abgeordneten Vanessa Emde in die Linksfraktion; sie steht wegen ihrer Aussagen im Wahlkampf im Mittelpunkt der Antisemitismus-Debatte, laut Tagesspiegel war vereinbart, sie nicht aufzunehmen. Alle Linken-Abgeordneten, auch Emde, unterschrieben eine Erklärung gegen Antisemitismus und für das Existenzrecht Israels. SPD und Grüne wollen nun prüfen, ob sie den Vereinbarungen entspricht, die Voraussetzung für die Sondierungen waren (Bericht vom 9. Oktober). Linken-Fraktionschef Schulze zeigte sich überrascht, die Erklärung sei teils wortgleich mit der Vereinbarung. Grünen-Chefin Brantner sagte, die Linke habe sich nicht an die Abmachung gehalten.
Kurz gemeldet
- Arbeitsministerium: Alexander Schweitzer wird heute im Bundestag vereidigt; einen Rentenentwurf will er erst vorlegen, wenn sich die Koalition in allen Fragen einig ist. Merz verlangt den Entwurf bis Jahresende im Kabinett (Deutschlandfunk).
- Vatikan: Papst Leo hat Lungenkrebs; ihm wurde ein Teil des rechten Lungenflügels entfernt, ob sich der Krebs ausgebreitet hat, wird untersucht.
- Vereinte Nationen: Deutschland gehört von 2027 an wieder dem Menschenrechtsrat an, mit 163 Stimmen gewählt.
- Nato: Die jährliche Atomwaffenübung in Italien hat begonnen, mit Kräften aus 17 Staaten und drei Tornados aus Büchel.
Termine
- Mittwoch, 14. Oktober — Bundestag: Vereidigung Schweitzer, dann Regierungserklärung des Kanzlers zum EU-Gipfel; Kabinett, unter anderem Zuckersteuer; Oberlandesgericht Hamburg, Prozessbeginn um die Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines; zweiter Verhandlungstag zur Erbschaftsteuer in Karlsruhe.
- Donnerstag, 15. Oktober — Bundestag zur Notfallreform; Beginn des zweitägigen EU-Gipfels in Brüssel, unter anderem zum Finanzrahmen 2028 bis 2034.
- Freitag, 16. Oktober — Bundesrat wählt Hendrik Wüst zum Präsidenten.
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