Ermittler prüfen Darlehen der Kreissparkasse Weilburg

Der Tag in der Region · Mittwoch, 9. September 2026
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat dieser Redaktion Auskunft über die Durchsuchung bei der Kreissparkasse Weilburg gegeben: Der Verdacht richtet sich darauf, dass Mitarbeiter Darlehen an eine Löhnberger Gesellschaft zu Unrecht ausgereicht haben könnten. Außerdem: Die Polizei berichtigt den Tatort an der Gedenkstätte, nach dem Unwetter vom August kann Finanzhilfe beantragt werden, und ein Motorradfahrer ist nach dem Unfall auf der A3 gestorben.
Acht Stunden Durchsuchung, rund zehn Ermittler
Ermittler haben am Dienstag rund acht Stunden lang Räume der Kreissparkasse Weilburg durchsucht. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegenüber dieser Redaktion geht es um den Verdacht, Mitarbeiter des Instituts könnten Darlehen an die Löhnberger Grundbesitz GmbH zu Unrecht vergeben haben. Die Vorwürfe seien „Ausfluss aus dem gesonderten Ermittlungsverfahren gegen den vormaligen Bürgermeister der Gemeinde Löhnberg". Grundlage war ein Beschluss des Amtsgerichts Frankfurt am Main; beteiligt waren rund zehn Beamte unter Federführung der Frankfurter Staatsanwaltschaft und unter Beteiligung des Polizeipräsidiums Westhessen. Die Kreissparkasse Weilburg habe kooperativ mitgewirkt. Offen lässt die Staatsanwaltschaft, wie viele Beschuldigte es gibt, welche Darlehen betroffen sind, um welche Summen es geht und ob ein Schaden entstanden ist. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Das Ausgangsverfahren läuft seit 2024; gegen den früheren Bürgermeister wird wegen des Verdachts der Untreue in drei Fällen ermittelt. Die Einzelheiten stehen in unserem ausführlichen Bericht.
Sechs Kommunen der Region im Streit um den Wahlkreiszuschnitt
Ein Gesetzentwurf der AfD-Fraktion im Hessischen Landtag würde Selters, Bad Camberg, Ehringshausen, Braunfels, Hüttenberg und Schöffengrund in andere Landtagswahlkreise verschieben. Der Landtag hat den Entwurf am 1. September in erster Lesung beraten und an den Innenausschuss überwiesen; entschieden ist nichts. Die vom Landtag eingesetzte Wahlkreiskommission empfiehlt für unser Gebiet mehrheitlich gar keine Änderung, und CDU und SPD haben einen eigenen Entwurf angekündigt, der dieser Empfehlung folgen soll. Wie sich die Modelle unterscheiden und welche Kommune in welchen Wahlkreis käme, steht in unserer Übersicht.
Neu zum Bericht vom 8. September: Die Gedenkstätte liegt in Hadamar
Die Polizei hat ihre Meldung zur beschmierten Gedenkstätte am Mönchberg berichtigt. In der Überschrift der Ausgangsmeldung war Limburg als Tatort genannt worden. „Die Tat ereignete sich nicht, wie in der Überschrift zunächst vermerkt, in Limburg, sondern in Hadamar", teilte die Polizeidirektion Limburg-Weilburg am Mittwochmorgen mit; die Ausgangsmeldung sei entsprechend geändert worden. Wir hatten am 8. September auf den Widerspruch zwischen beiden Polizeiangaben hingewiesen und den Ort offengelassen. Damit betreffen beide Vorfälle vom Sonntag — der Diebstahl der Spendenbox und die Schmiererei — dieselbe Gedenkstätte in Hadamar.
Finanzhilfe nach dem Unwetter: Anträge bis zum 21. Oktober
Wer beim Unwetter vom 19. auf den 20. August im Lahn-Dill-Kreis Schäden erlitten hat, kann jetzt Finanzhilfe beantragen. Das Regierungspräsidium Gießen hat dem Antrag des Kreises am Mittwoch im Einvernehmen mit dem Innenministerium zugestimmt. Besonders betroffen waren die Stadt Wetzlar, dort vor allem Münchholzhausen, sowie die Stadt Solms mit Oberbiel, Burgsolms und Oberndorf; der Kreis spricht von orkanartigen Sturmböen und „tornadoartigen Erscheinungen". Anträge nimmt der Kreisausschuss bis zum 21. Oktober entgegen, später eingehende können grundsätzlich nicht berücksichtigt werden. Ob und in welcher Höhe gezahlt wird, steht noch nicht fest: Zunächst wird geprüft, welche Schäden entstanden sind und ob eine außergewöhnliche Notlage vorliegt. Der Kreisausschuss hatte die Hilfsaktion am 25. August beantragt.
Brandstiftung in Weilburg — Tatverdächtiger festgenommen
In Weilburg hat die Polizei am Mittwochmorgen einen 32-Jährigen festgenommen, der zuvor mehrere Gegenstände in Brand gesetzt haben soll. Nach Angaben der Polizei verschaffte er sich in den frühen Morgenstunden Zutritt zu einem Mehrfamilienhaus in der Schlesierstraße und entzündete dort einen Kinderwagen im Treppenhaus. Anschließend soll er mehrere geparkte Autos beschädigt und zwei Abfallbehälter angezündet haben. Die Einsatzkräfte hätten mit der Festnahme weitere Straftaten verhindert.
Nach dem Unfall auf der A3: 66-jähriger Motorradfahrer gestorben
Der bei einem Verkehrsunfall auf der A3 bei Limburg schwer verletzte Motorradfahrer ist im Krankenhaus gestorben. Der 66-Jährige war am Dienstagmorgen gegen 8.15 Uhr in Fahrtrichtung Frankfurt mit zwei Autos kollidiert und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen worden; zwei Fahrzeuginsassen wurden ebenfalls verletzt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Limburg wurden die Fahrzeuge sichergestellt und ein Gutachter hinzugezogen. Der genaue Unfallhergang ist Teil der Ermittlungen.
Rhein-Lahn-Kreis zahlt für das Paulinenstift ohne Abrechnungen
Der Rhein-Lahn-Kreis übernimmt seit 2024 das Defizit des Krankenhauses Paulinenstift in Nastätten und bewahrt es damit vor der Schließung. Detaillierte Abrechnungen des Trägers liegen dem Kreis nach einem Bericht der Rhein-Zeitung bislang nicht vor. Wie hoch die bisher geflossenen Beträge sind und worauf sie im Einzelnen beruhen, ist damit öffentlich nicht nachvollziehbar. Diese Redaktion hat den Vorgang auf die Beobachtungsliste genommen und sucht die Primärquelle in den Unterlagen der Kreisgremien.
Termine
- Donnerstag, 10. September — bundesweiter Warntag; auch im Lahn-Dill-Kreis werden die Sirenen getestet.
- Mittwoch, 21. Oktober — Fristende für Anträge auf Finanzhilfe nach dem Unwetter im Lahn-Dill-Kreis.
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