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Vier Fraktionen gegen den Wahlkreis-Wechsel für sechs Kommunen

08. September 2026 // Geschrieben von Redaktion
Rubrikbild Der Tag in der Region: Abendhimmel über einer Stadtsilhouette am Fluss mit Kirche, Burg und Fernsehturm, dazu das Fingerklopfer-Logo

Der Tag in der Region · Dienstag, 8. September 2026

Ein Gesetzentwurf der AfD-Fraktion würde sechs Kommunen aus dem Kreis Limburg-Weilburg und dem Lahn-Dill-Kreis in andere Landtagswahlkreise verschieben — Bad Camberg käme über die Kreisgrenze hinweg zum Rheingau-Taunus. In der ersten Lesung am 1. September stellten sich alle vier anderen Fraktionen dagegen, und unsere Region war dabei der Streitpunkt. Außerdem: der zweite Vorfall an der Gedenkstätte am Mönchberg binnen weniger Stunden und 240 kontrollierte Personen bei einem Schwerpunkteinsatz in Limburg.

Erste Lesung im Landtag: Vier Fraktionen gegen den Vorstoß

Der Hessische Landtag hat vergangenen Dienstag in erster Lesung über einen AfD-Gesetzentwurf zur Neuabgrenzung der 55 Landtagswahlkreise beraten (Drucksache 21/4995). Danach wechselte Selters (Taunus) vom Wahlkreis 22 Limburg-Weilburg II in den Wahlkreis 21 Limburg-Weilburg I, Bad Camberg vom Wahlkreis 22 in den Wahlkreis 29 Rheingau-Taunus II — über die Landkreisgrenze hinweg. Im Lahn-Dill-Kreis wechselte Ehringshausen vom Wahlkreis 16 in den Wahlkreis 17; Braunfels, Hüttenberg und Schöffengrund kämen aus dem Wahlkreis 17 in den Wahlkreis 22 und damit zu Limburg-Weilburg. Der Landtag hat den Entwurf nach der Aussprache an den Innenausschuss überwiesen; die zweite Lesung steht aus.

In der Debatte wandten sich alle vier anderen Fraktionen gegen den Entwurf, und die Wahlkreise unserer Region standen dabei im Mittelpunkt. Der CDU-Abgeordnete Ingo Schon, selbst aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, hielt der AfD vor, ihr Vorschlag vermische die Wahlkreise seines Kreises mit denen von Limburg-Weilburg. Die SPD-Abgeordnete Lisa Gnadl sprach mit Blick auf Limburg-Weilburg, Rheingau-Taunus und den Lahn-Dill-Kreis von einem „wilden Durcheinander". Der AfD-Abgeordnete Klaus Gagel verwies auf die Wahlgleichheit: Gemessen am Durchschnitt von 77.043 Einwohnern je Wahlkreis liegt der Wahlkreis 21 um 19,0 Prozent darunter, der Wahlkreis 17 um 19,7 Prozent darüber; nach dem Entwurf wären es 11,0 und 0,6 Prozent.

Für die sechs Kommunen dürfte es beim Status quo bleiben. CDU und SPD kündigten einen eigenen Gesetzentwurf an, der dem Abschlussbericht der Wahlkreiskommission vom 22. Juni folgt — dieser verschiebt lediglich drei Gemeinden und lässt unser Gebiet unberührt. Die Beratung im Innenausschuss soll nach Schons Ankündigung ruhen, bis der zweite Entwurf vorliegt. Die nächste Plenarwoche beginnt am 29. September.

Zweiter Vorfall an der Gedenkstätte am Mönchberg

Unbekannte haben am Sonntag eine Gedenkstätte am Mönchberg mit Schriftzügen beschmiert. Es ist der zweite Vorfall dort binnen weniger Stunden: Am selben Nachmittag war bereits eine Spendenbox entwendet und wenig später aufgebrochen in der Nähe gefunden worden. Die Polizei bittet in beiden Fällen um Hinweise.

Zum Ort machen die beiden Polizeimeldungen unterschiedliche Angaben. Die Meldung zum Diebstahl nennt Hadamar, die zur Schmiererei Limburg. Am Mönchberg 11 in Hadamar liegt die Gedenkstätte Hadamar, nach eigener Bezeichnung ein „Internationaler Ort des Gedenkens"; sie erinnert an die Verfolgten und Ermordeten der nationalsozialistischen „Euthanasie", denen dort zwischen 1941 und 1945 fast 15.000 Menschen zum Opfer fielen. Eine Straße dieses Namens ist in Limburg nach Kenntnis dieser Redaktion nicht vorhanden. Ein telefonischer Klärungsversuch bei der Pressestelle blieb ohne Erfolg; zu einem möglichen Motiv hat sich die Polizei in beiden Fällen nicht geäußert.

240 Personen und 110 Fahrzeuge bei Schwerpunkteinsatz kontrolliert

Die Polizei hat am vergangenen Wochenende in Limburg gemeinsam mit weiteren Sicherheitsbehörden 110 Fahrzeuge und rund 240 Personen kontrolliert. Die Einsätze liefen von Freitagabend bis in die frühen Morgenstunden des Samstags und erneut von Samstagabend bis Sonntagmorgen; Schwerpunkte waren der Bahnhof samt Waffenverbotszone, der ICE-Bahnhof, die Frankfurter Straße sowie Gewerbe- und Industriegebiete. Beteiligt waren die Polizeidirektion Limburg-Weilburg, der Regionale Verkehrsdienst Wiesbaden, die Stadtpolizei Limburg und am Samstag die Bundespolizei. Bei zwei Personen wurden Pfefferspray und ein Taschenmesser sichergestellt und Verstöße gegen die Waffenverbotszone geahndet, in einem Fahrzeug eine geladene Schreckschusswaffe. Ein stark alkoholisierter Mann, der zuvor randaliert haben soll, kam nach einem missachteten Platzverweis in Gewahrsam und trat dabei nach einer Polizeibeamtin; gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren.

Neu zum Bericht vom 7. September: Der Müllbrand in Boden ist gelöscht

Das Feuer auf der Abfallwirtschaftsanlage in Boden im Westerwaldkreis ist gelöscht. Am Montagnachmittag waren dort 60 bis 70 Tonnen Müll in Brand geraten, 55 Feuerwehrleute waren im Einsatz; Anwohner waren aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zum Zeitpunkt der Polizeimeldung um 16.32 Uhr hatte das Feuer noch gebrannt. Die Brandursache ist weiterhin ungeklärt.

83-Jährige geht dazwischen und wird verletzt

In einer Dillenburger Gaststätte hat ein 45-Jähriger am Freitagabend nach Angaben der Polizei einem 32-jährigen Gast ins Gesicht geschlagen, das Lokal verlassen und ist wenig später mit einer Schreckschusswaffe zurückgekehrt, mit der er den 32-Jährigen und einen weiteren Gast bedrohte. Eine 83-jährige Frau versuchte, auf den offenbar alkoholisierten Mann einzuwirken, und begleitete ihn nach draußen; dabei brachte er sie nach den bisherigen Ermittlungen zu Fall und bedrohte auch sie. Sie zog sich leichte Verletzungen zu, die im Krankenhaus ambulant versorgt wurden. Die Polizei nahm den Mann noch am Abend in der Nähe der Gaststätte fest, widerstandslos und unbewaffnet; die mutmaßliche Tatwaffe fand sich in seiner Wohnung. Nach einer Blutentnahme verbrachte er die Nacht im Gewahrsam. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Bedrohung und der Körperverletzung.

Termine

  • Donnerstag, 10. September — bundesweiter Warntag; auch im Lahn-Dill-Kreis werden die Sirenen getestet.
  • Freitag, 11. September — Der Kreistag des Westerwaldkreises ernennt den neuen Landrat.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Auswahl, Verdichtung und Formulierung erfolgten maschinell; vor der Veröffentlichung wurde er von einem Redakteur geprüft und freigegeben. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist die Redaktion.