Islands Wähler stoppen die Gespräche über einen EU-Beitritt

Die Lage am Morgen · Montag, 31. August 2026
Island hat in einem Referendum gegen die Wiederaufnahme von EU-Beitrittsgesprächen gestimmt; die Regierung zieht daraus sofort die Konsequenz. In Nepal ist die Zahl der Toten seit Freitag erneut stark gestiegen, unter den Vermissten sind drei Deutsche. Und die deutschen Gasspeicher sind so schwach gefüllt wie in keinem Sommer seit 2011.
Island beendet die Beitrittsgespräche mit der EU
In Island haben knapp 53 Prozent der Wähler gegen die Wiederaufnahme von Gesprächen über einen EU-Beitritt gestimmt. Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir nimmt die Verhandlungen daraufhin nicht wieder auf, will die Handelsbeziehungen zur Union aber ausbauen. Im Zentrum der Debatte stand die Fischerei, der größte Wirtschaftszweig der Insel: Die heimische Industrie befürchtet, eine gemeinsame EU-Fischereipolitik könne ausländischen Schiffen Zugang zu isländischen Gewässern verschaffen und die Fangquoten verschlechtern. Frostadóttir hatte schon vor der Abstimmung zugesagt, den Verhandlungstisch zu verlassen, falls Island nicht die volle Kontrolle über seine Fischereiressourcen behalten dürfe. Die EU-Kommission erklärte nach dem Ergebnis, Island bleibe ein enger Partner. Island ist über den Europäischen Wirtschaftsraum bereits an den Binnenmarkt angebunden; die Beitrittsgespräche lagen seit Jahren auf Eis. Der Vorsitzende der SPD im Europäischen Parlament, René Repasi, sagte im Deutschlandfunk, die Isländer hätten zwischen einer engeren Anbindung an die EU und ihrer Autonomie in der Fischereipolitik zu wählen gehabt; die Entscheidung sei bedauerlich, aber zu akzeptieren.
Nepal bestattet nicht identifizierte Opfer
Neu zum Bericht vom 28. August, in dem 469 geborgene Tote standen: Die nepalesische Regierung zählt inzwischen mindestens 768 Tote, auf tibetischer Seite sind 16 Todesfälle bestätigt. Nepals Behörden haben mit der Massenbestattung nicht identifizierter Opfer begonnen und entnehmen dafür DNA-Proben zur späteren Identifizierung. Viele Leichname waren fast 200 Kilometer weit aus dem Katastrophengebiet geschwemmt worden; die meisten wurden in Chitwan nahe der indischen Grenze geborgen. Die Behörden der Autonomen Region Tibet nennen auf ihrer Seite 546 Vermisste, darunter 261 Ausländer aus 23 Ländern und drei Deutsche. Nach Angaben von Premierminister Balendra Shah wurden 7.514 Menschen gerettet, rund 18.700 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Am Sonntag stiegen die Wasserstände in Bhotekoshi und Trishuli erneut, ein Erdrutsch blockierte die Prithvi-Straße.
Gasspeicher so schwach gefüllt wie in keinem Sommer seit 2011
Neu zum Bericht vom 25. August, in dem ein Füllstand von 41 Prozent zum 1. Juli stand: Zum 27. August waren die deutschen Gasspeicher nach Angaben des Speicherverbands INES zu rund 51,45 Prozent gefüllt — für die Jahreszeit der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen 2011. Ein Jahr zuvor lag der Wert zum vergleichbaren Zeitpunkt bei 67 Prozent. Als Ursache gilt der hohe Gaspreis: Wegen der faktischen Blockade der Straße von Hormus kaufen Händler weniger Gas für den Winter ein. Der Maschinenbauverband VDMA hatte deshalb bereits am 24. August vor Versorgungsengpässen gewarnt; Erdgas werde für kritische Prozesse gebraucht, sagte Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht vor allem Gasunternehmen und Händler in der Pflicht und erwartet für den kommenden Winter derzeit keine Gasmangellage. Gebucht sind 76 Prozent zum 1. November.
Verivox beziffert den deutschen Strompreis auf 35,6 Cent
Deutschland hat nach einer Analyse des Vergleichsportals Verivox unter den G20-Staaten den höchsten durchschnittlichen Strompreis. Genannt werden 35,6 Cent je Kilowattstunde gegenüber 23,3 Cent in Frankreich und 18,3 Cent in den Vereinigten Staaten. Als wesentlichen Treiber nennt die Analyse die Steuer- und Abgabenlast. Die Zahlen stammen von einem Stromvermittler, nicht von einer Behörde; die Analyse selbst ist nicht öffentlich abrufbar.
Gericht erklärte Wahl für ungültig, AfD zieht in Regionalversammlung ein
Bei der gerichtlich durchgesetzten Neuwahl zur Regionalversammlung Saarbrücken ist die AfD mit fast 23 Prozent zweitstärkste Kraft geworden und stellt zehn der 45 Mitglieder. Die SPD gewann mit fast 29 Prozent, die CDU kam auf 19 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 41 Prozent, wahlberechtigt waren knapp 250.000 Menschen. Vorausgegangen war eine Klage der AfD gegen ihren Ausschluss von der Wahl 2024: Der Wahlausschuss hatte die Einreichung zweier Wahlvorschläge als Verstoß gegen das Mehrfachbewerbungsverbot gewertet. Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes folgte dem nicht und erklärte die Wahl für ungültig. Die Regionalversammlung entspricht einem Kreistag.
Aktionsplan gegen Sozialleistungsmissbrauch liegt nicht vor
Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) hat der Rheinischen Post gesagt, der zwischen Union und SPD vereinbarte Aktionsplan gegen Sozialleistungsmissbrauch sei noch immer nicht vorgelegt worden; vorgesehen war der Juli. Deshalb bezögen weiterhin per Haftbefehl gesuchte Menschen Grundsicherung. Bundesweit liegen Haftbefehle gegen mehr als 100.000 Menschen vor; wie viele davon Grundsicherung beziehen, ist nicht bekannt. Die Jobcenter erfahren in der Regel nicht, ob gegen einen Antragsteller ein Haftbefehl vorliegt; ein Datenaustausch der Behörden ist geplant, die datenschutzrechtliche Klärung steht aus. Das Bundesarbeitsministerium teilte mit, es arbeite gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium an dem Plan; ein Kabinettstermin stehe noch nicht fest, die Umsetzung werde weiterhin bis Ende 2026 angestrebt.
Vereinigte Staaten greifen wieder Ziele im Iran an
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erstmals seit Wochen wieder Ziele im Iran angegriffen. Beschossen wurde demnach die Insel Larak in der Straße von Hormus, Ziel seien Raketenabschussstellungen gewesen. Nach iranischen Angaben wurden mehrere Kämpfer und Zivilisten getötet oder verletzt. Ein Sprecher der Revolutionsgarden erklärte, man habe als Vergeltung zwei amerikanische Stützpunkte in Jordanien angegriffen; laut dem US-Sender Fox News wurden die Raketen abgefangen. Finanzminister Scott Bessent kündigte an, noch in dieser Woche eine weitere Bank mit Sanktionen zu belegen.
Sachsen-Anhalt wählt am Sonntag einen neuen Landtag
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt der Landtag gewählt. Termin und Rechtsgrundlagen führt der Landeswahlleiter; die verbindliche Wahlkreiseinteilung ergibt sich aus der Anlage zu Paragraf 10 des Landeswahlgesetzes. Regiert wird das Land seit 2021 von einer Koalition aus CDU, SPD und FDP. Es ist die erste von drei Landtagswahlen in diesem September.
Misstrauensvotum in Thüringen gescheitert
Der am 28. August angekündigte Misstrauensantrag der AfD gegen Ministerpräsident Mario Voigt ist gescheitert. Von 85 gültigen Stimmen entfielen 49 auf die Ablehnung und 33 auf den Antrag, dazu kamen drei Enthaltungen und zwei ungültige Stimmen. Nötig waren 45 Stimmen. Die AfD-Fraktion hat 32 Sitze; mindestens ein Abgeordneter einer anderen Fraktion stimmte in der geheimen Wahl für den Antrag.
Termine
- Sonntag, 13. September — In Niedersachsen wird kommunal gewählt.
- Sonntag, 20. September — In Mecklenburg-Vorpommern wird der Landtag gewählt, in Berlin das Abgeordnetenhaus.
In eigener Sache
Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sendet diese Redaktion am 6. September ab 17.30 Uhr live: Sachsen-Anhalt entscheidet LIVE — Die Wahlanalyse, die auch auf die Straße schaut.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Auswahl, Verdichtung und Formulierung erfolgten maschinell; vor der Veröffentlichung wurde er von einem Redakteur geprüft und freigegeben. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist die Redaktion.