Sturzflut im Himalaya: mindestens 165 Tote, hunderte vermisst

Die Lage am Morgen · Donnerstag, 27. August 2026
Im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet hat eine Sturzflut ganze Ortschaften zerstört; mindestens 165 Menschen sind tot, hunderte werden vermisst. In Deutschland hat das Bundeskabinett Eckpunkte für ein Wärmenetzgesetz beschlossen — es stellt die Fernwärmepreise unter Aufsicht und schränkt zugleich das Sonderkündigungsrecht der Kunden ein.
Gletscherlawine löst Sturzflut in Nepal und Tibet aus
In Nepal haben die Rettungskräfte bis Donnerstagmorgen nach Polizeiangaben 162 Tote geborgen, auf chinesischer Seite meldeten die Staatsmedien mindestens drei. Die Provinzpolizei hatte am Mittwoch zunächst 22 Tote gemeldet und die Zahl am selben Abend auf 157 korrigiert. Nach Angaben der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde weisen Satellitendaten darauf hin, dass eine Gletscherlawine zunächst einen Fluss blockierte; als der Damm brach, löste er eine Flut aus Eis, Geröll und Wasser aus. Entlang des Trishuli wurden ganze Dörfer weggespült, Straßen, Brücken und Kraftwerke beschädigt. Das Nepal Tourism Board nannte der Deutschen Presse-Agentur 384 vermisste Reisende, darunter mehr als 290 Ausländer; die Zahl beruht auf vorläufigen Angaben von Reise- und Trekkingagenturen. Das Auswärtige Amt teilte mit, es habe bislang keine Kenntnis darüber, ob auch Deutsche betroffen sind.
Kabinett stellt Fernwärmepreise unter Aufsicht
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch Eckpunkte für ein Wärmenetzpaket beschlossen. Eine Bundesbehörde soll die Preise nachträglich beaufsichtigen, alle Versorger sollen Preise und Tarifstrukturen auf einer Transparenzplattform veröffentlichen, beim Wirtschaftsministerium entsteht eine Schlichtungsstelle. Preisänderungsklauseln sollen künftig die tatsächlichen Kostenstrukturen abbilden statt Kosten- oder Börsenindizes. Das Sonderkündigungsrecht der Kunden wird zugleich auf Fälle begrenzt, in denen das Netz noch nicht ausreichend dekarbonisiert ist; im Gegenzug erhält der Versorger einen Anspruch auf Ersatz der kundenspezifischen Investitionen in den Anschluss. Rund 15 Prozent der Haushalte beziehen Nah- oder Fernwärme. Ein Gesetzentwurf liegt noch nicht vor. Der Mieterbund kritisierte Kostenrisiken.
Erbschaftsteuer erreicht mit 21,4 Milliarden Euro einen Höchstwert
Die Finanzverwaltungen haben 2025 Erbschaft- und Schenkungsteuer in Höhe von 21,4 Milliarden Euro festgesetzt, 60,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Anstieg geht nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vor allem darauf zurück, dass sich die festgesetzte Steuer bei Übertragungen von mindestens 20 Millionen Euro mehr als verdoppelt hat. Auf Erbschaften entfielen 13,3 Milliarden Euro, auf Schenkungen 8,1 Milliarden. Die Statistik erfasst nur Übergänge, für die überhaupt Steuer festgesetzt wurde; die meisten liegen innerhalb der Freibeträge.
Bundesgerichtshof hebt Urteil gegen „Raketen-Influencer" auf
Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die Revision der Staatsanwaltschaft ein Urteil des Landgerichts Berlin I aufgehoben. Der Mann hatte an Silvester 2024 in Berlin-Neukölln eine Rakete aus der Hand auf die gegenüberliegende Straßenseite gestartet; sie durchschlug ein geschlossenes Fenster im dritten Obergeschoss und detonierte im Schlafzimmer einer Wohnung. Das Landgericht hatte die Tat nur als Sachbeschädigung gewertet und einen Vorsatz für versuchte schwere Brandstiftung, versuchte gefährliche Körperverletzung und versuchte Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion verneint. Die Urteilsgründe enthalten nach Auffassung des Senats „unaufgelöste Widersprüche". Der Fall wird neu verhandelt.
Meta zahlt 16,7 Milliarden Dollar und akzeptiert Zeitlimits
Der Facebook-Konzern Meta hat sich mit 29 US-Bundesstaaten vor einem Bundesgericht in Kalifornien auf einen Vergleich geeinigt und wendet damit einen Prozess ab. Die Bundesstaaten hatten dem Unternehmen vorgeworfen, seine Netzwerke gezielt so gestaltet zu haben, dass sie Minderjährige abhängig machen. Meta zahlt 16,7 Milliarden Dollar und verpflichtet sich nach den Gerichtsunterlagen zu standardmäßigen täglichen Zeitlimits und nächtlichen Zugangssperren für jugendliche Nutzer. Die Vorwürfe selbst wies der Konzern auch bei der Einigung zurück.
Magdeburg druckte 440 Wahlscheine doppelt
Bei der Vorbereitung der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September sind in Magdeburg 440 Wahlscheine mit identischer Nummer doppelt gedruckt und die Briefwahlunterlagen zweimal versandt worden. Das teilte die Stadt am 25. August mit. Das Wahlamt hat die doppelten Wahlscheine für ungültig erklärt und den Betroffenen neue Unterlagen mit neuer Nummer geschickt. Zurückschicken müssen sie die alten nicht; sie sollen sie selbst entsorgen. Den Wahlvorständen und Briefwahlvorständen liegt am Wahlsonntag eine Liste der ungültigen Nummern vor, Stimmen mit einer solchen Nummer werden nicht berücksichtigt.
Yayoi Kusama mit 97 Jahren gestorben
Die japanische Künstlerin Yayoi Kusama ist tot. Nach Angaben ihres Studios starb sie bereits am 14. August in einem Krankenhaus in Tokio; bekannt wurde der Tod erst jetzt. Kusama wurde mit Punktmustern, Netzen und begehbaren Spiegelräumen weltweit bekannt; die Muster gingen nach ihren eigenen Angaben auf Halluzinationen zurück, die sie seit ihrer Kindheit hatte. Sie galt als eine der angesehensten zeitgenössischen Künstlerinnen Japans.
Termine
- Sonntag, 13. September: In Niedersachsen wird kommunal gewählt.
- Sonntag, 20. September: In Mecklenburg-Vorpommern wird der Landtag gewählt, in Berlin das Abgeordnetenhaus.
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