Driedorf vertagt die Entscheidung über das Sprengstofflager

Der Tag in der Region · Mittwoch, 23. September 2026
Die Gemeindevertretung Driedorf hat am Dienstagabend über das geplante Sprengstofflager beraten und die Entscheidung vertagt. Zunächst sollen die Ausschüsse darüber sprechen. Außerdem: Die Tagungsstätte Weilburg der Hessischen Lehrkräfteakademie soll früher schließen als angekündigt, zum Kreistag Lahn-Dill wird dieselbe Vorlage zum zweiten Mal geändert, und in Molsberg haben Unbekannte die Warnbaken an einer Gefahrenstelle beseitigt.
Erst die Ausschüsse, dann die Gemeinde
Über die Ansiedlung eines Lagers für gewerbliche Sprengstoffe in Driedorf-Waldaubach ist am Dienstagabend im Gemeindeparlament beraten worden. Eine Entscheidung fiel nicht: Sie wurde vertagt, zunächst sollen die zuständigen Ausschüsse darüber beraten.
Damit bleibt offen, was gestern zur Beratung anstand: ob die Gemeinde das Vorhaben überhaupt weiterverfolgen will. Die Schweizer Société Suisse des Explosifs möchte am Ortsrand auf zwei bis drei Fußballfeldern einen Bunker und mehrere Silos errichten, 800 Meter vom Rothaarsteig entfernt und in einem Natura-2000-Gebiet. Für die Gemeinde stehen rund 80.000 Euro Gewerbesteuer im Jahr gegen ein für dieses Jahr erwartetes Defizit von 1,2 Millionen Euro.
Sagt die Gemeindevertretung am Ende zu, ist das Vorhaben damit noch lange nicht beschlossen. Es folgten umfangreiche Gutachten, ein Genehmigungsverfahren und — weil die Fläche in einem Natura-2000-Gebiet liegt — eine Verträglichkeitsprüfung.
Weilburg: Die Tagungsstätte soll früher schließen
Die Tagungsstätte Weilburg der Hessischen Lehrkräfteakademie soll den Betrieb zum 31. März 2027 einstellen. Zwei Abgeordnete der Freien Demokraten, Moritz Promny und Marion Schardt-Sauer, haben dazu am 22. September zehn Fragen an die Landesregierung gerichtet.
Das Kultusministerium hatte am 3. November 2025 mitgeteilt, den Seminarbetrieb an den Standorten Fuldatal und Weilburg mittelfristig einzustellen. Genannt wurden eine zu geringe Auslastung, finanzielle Defizite und veränderte Rahmenbedingungen; künftig solle stärker auf digitale Formate, andere Standorte und externe Anbieter gesetzt werden. Für Weilburg ist der Termin inzwischen vorgezogen worden — auch danach fragen die Abgeordneten.
Die übrigen Fragen zielen auf das, was bisher nicht öffentlich ist: welche Stelle wann entschieden hat, auf welche Wirtschaftlichkeitsberechnungen sich die Schließung stützt, wie sich Auslastung und Betriebsergebnis seit 2019 entwickelt haben, welche Alternativen geprüft und wer vorher beteiligt wurde. Und schließlich: was mit der landeseigenen Liegenschaft geschehen soll.
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NEWSLETTER ABONNIERENKreistag Lahn-Dill: dieselbe Vorlage, zweite Änderung
Zur Sitzung des Kreistages am Montag sind erneut Unterlagen nachgereicht worden. Betroffen ist wieder Tagesordnungspunkt 5.2, das Kommunale Flexibilisierungsgesetz: Zu ihm liegen nun Dokumente vom 22. und vom 23. September vor — der Punkt ist damit binnen zwei Tagen zum zweiten Mal geändert worden. Eingeladen worden war am 10. September.
Anders zu bewerten ist ein zweiter Befund desselben Tages: Zu den Wahlen in die Schul-, Sport- und Frauenkommission sind ebenfalls am 23. September Unterlagen eingestellt worden. Diese Punkte standen bislang ohne Unterlagen auf der Tagesordnung. Hier sind also Papiere nachgekommen, die fehlten — fünf Tage vor der Sitzung.
Molsberg: Warnbaken an einer Gefahrenstelle entfernt
In der Nussallee in Molsberg haben Unbekannte zwischen Samstag und Sonntag die Lichtzeichenanlagen und Warnbaken an einer Gefahrenstelle beseitigt und teilweise beschädigt. Damit war die Stelle ungesichert, ohne dass Autofahrer davon wissen konnten. Die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Wer in dem Zeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt hat, wird gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Westerburg unter 02663 9805-0 zu melden.
24 Tonnen Gusseisen, sechs Gurte
Bei der Kontrolle eines Sattelzuges auf der A 45 bei Wetzlar haben Zoll und Polizei am 10. September erhebliche Mängel bei der Ladungssicherung festgestellt. Der Zug aus Rumänien war von Spanien in den Kreis Siegen-Wittgenstein unterwegs und mit 24 Tonnen gusseiserner Stangen beladen. Nach Angaben der Polizei wären dafür mindestens 37 geeignete Gurte nötig gewesen; angebracht waren sechs. Die Weiterfahrt wurde untersagt. Auf die Spedition kommen rund 7.700 Euro zu — als Vermögensabschöpfung für das, was sie sich an Sicherung und geeignetem Fahrzeug gespart hat. Das Verfahren führt das Regierungspräsidium Kassel weiter.
Kurz gemeldet
- Jagd auf den Wolf genehmigt: Der Westerwaldkreis hat die Entnahme des Wolfsrüden GW2478m erlaubt und uns auf Anfrage den vollständigen Bescheid übersandt. Was darin steht — und warum eine gezielte Entnahme schwieriger ist, als sie klingt — haben wir heute Nachmittag ausführlich dargestellt. Das Verwaltungsgericht Koblenz hat die sofortige Vollziehung vorerst ausgesetzt.
- Schwer verletzt bei Weinbach-Elkerhausen: Ein Motorradfahrer kam am Dienstagmorgen auf der Landesstraße 3323 beim Überholen von der Fahrbahn ab.
- Pedelecs aus einer Garage: In Guckheim entwendeten zwei Unbekannte in der Nacht zum Mittwoch gegen 2.20 Uhr zwei hochwertige Pedelecs aus einer Garage in der Hauptstraße.
- Führerschein weg nach riskantem Überholmanöver: Ein Polizist des Regionalen Verkehrsdienstes Lahn-Dill beobachtete am Montagmorgen auf der B 255 bei Seelbach, wie ein Ford einen Rückstau über die Gegenfahrbahn überholte — ein entgegenkommendes Fahrzeug konnte im letzten Moment ausweichen. Der Fahrer überfuhr danach zwei rote Ampeln und hielt auch auf Anhaltesignale nicht an; gestoppt wurde er erst, als zwei Streifenwagen ihm den Weg versperrten. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Beschlagnahme seines Führerscheins an.
- Unfallflucht in Hachenburg: Am Kreisverkehr Alpenroder Straße/Alte Frankfurter Straße wurde am Dienstagmorgen eine Radfahrerin leicht verletzt; der Verursacher fuhr weiter.
Termine
- Montag, 28. September — Kreistag Lahn-Dill in Wetzlar; im Kreishaus Limburg berät unter anderem der Umweltausschuss über die Feststellung des Abfallwirtschaftskonzeptes für den Landkreis Limburg-Weilburg.
- Freitag, 30. Oktober — das Gesundheitsamt des Westerwaldkreises bietet in Montabaur eine Grippeschutzimpfung an.
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