Der Lahn-Dill-Kreis will die eigene Corona-Zeit nicht auswerten
Der Tag in der Region · Dienstag, 1. September 2026
Der Lahn-Dill-Kreis wird sein eigenes Vorgehen in der Corona-Pandemie nicht aufarbeiten. Begründung des Vize-Landrats: Der Kreis habe nicht anders gehandelt als andere hessische Landkreise auch. Eine Zahl soll es dennoch geben. In Limburg verurteilte das Amtsgericht einen 22-Jährigen, der mit 133 km/h durch eine 30er-Zone gefahren war — am selben Wochenende, an dem die Polizei dort 50 Fahrzeuge kontrollierte.
Keine eigene Auswertung der Pandemie im Lahn-Dill-Kreis
Im Sozialausschuss des Lahn-Dill-Kreises hat die Abgeordnete Andrea Niggemann (AfD) gefragt, ob die Kreisverwaltung oder ihre Abteilung Gesundheit eine Bewertung des eigenen Vorgehens in der Corona-Pandemie plane; es habe im Kreis „viele Fehler" gegeben. Vize-Landrat Frank Inderthal (SPD) widersprach dieser These: Die damals zu treffenden Entscheidungen seien auf der Daten- und Informationsgrundlage eben dieser Zeit getroffen worden. Auf Landes- und Bundesebene laufe eine Auswertung des Vorgehens — „Die halte ich durchaus für zielführend", sagte Inderthal; die Ergebnisse werde sich der Kreis anschauen. Eine eigene Auswertung auf Kreisebene sei jedoch nicht geplant, allein deshalb, weil der Lahn-Dill-Kreis nicht anders gehandelt habe als andere hessische Landkreise auch. Eine Zahl soll es dennoch geben: Auf Bitte des Abgeordneten Martin Lindenborn (AfD) will Christian Müller, Leiter der Gesundheitsabteilung, die Anzahl der Impfschädigungen im Kreis heraussuchen und vorlegen. Der Bericht über die Sitzung liegt dieser Redaktion in der gedruckten Fassung vor.
133 km/h in der 30er-Zone: 7.200 Euro und ein Jahr ohne Führerschein
Das Amtsgericht Limburg hat einen 22-Jährigen aus Dornburg wegen eines illegalen Straßenrennens in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 60 Euro verurteilt, insgesamt 7.200 Euro, dazu eine Führerscheinsperre von zwölf Monaten. Er war am Abend des 11. Juni 2025 mit einem geliehenen Wagen mit 333 PS auf der Frankfurter Straße mit 133 km/h geblitzt worden; erlaubt sind dort nachts 30. Nach Anklage der Staatsanwaltschaft fuhr er außerdem über zwei rote Ampeln und entzog sich einer Polizeikontrolle. Zwei Wochen zuvor war er vom selben Gericht als ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzeugs eingestuft worden. Vor Gericht sagte er, er habe keine Arbeit und Probleme daheim gehabt: „Ich wusste nicht, wohin mit mir selbst." Die Richterin wertete die einschlägige Vorstrafe zu seinen Lasten, das einsichtige Auftreten zu seinen Gunsten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Bericht über die Verhandlung liegt dieser Redaktion vor.
50 Fahrzeuge kontrolliert, 20 Anzeigen
Am selben Wochenende hat die Polizeidirektion Limburg-Weilburg vom späten Samstagnachmittag bis in die Nacht zum Sonntag am ICE-Bahnhof und im umliegenden Gewerbegebiet rund 50 Fahrzeuge und knapp 60 Personen kontrolliert. In 20 Fällen wurden Ordnungswidrigkeitsanzeigen eingeleitet, unter anderem wegen erloschener Betriebserlaubnis, unnützen Hin- und Herfahrens und Lärmbelästigung. Mehrere Platzverweise wurden erteilt.
Nach der Öffentlichkeitsfahndung: 19-Jähriger in Untersuchungshaft
Neu zur Meldung vom 21. August, mit der die Fahndung hier bekannt gemacht wurde: Die Staatsanwaltschaft Limburg und das Polizeipräsidium Westhessen haben ihre Öffentlichkeitsfahndung zurückgenommen. Gesucht worden war seit dem 21. August der flüchtige Fahrer eines Audi, der sich am 19. August einer Kontrolle entzogen hatte und wegen eines versuchten Tötungsdelikts zum Nachteil von Polizeibeamten gesucht wurde. Der 19-jährige Tatverdächtige wurde am Abend des 28. August in Wiesbaden festgenommen und einem Richter des Amtsgerichts Limburg vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Vom Schlusslicht an die Spitze: 25 Jahre Kreisfinanzen in einer Mitteilung
Der Landkreis Limburg-Weilburg hat seinen Kämmerer und Büroleiter in den Ruhestand verabschiedet und dabei die eigene Finanzgeschichte aufgeschrieben. Nach Darstellung des Kreises stand er 2001 mit seiner finanziellen Leistungsfähigkeit am Ende aller 21 hessischen Landkreise. In der Finanzkrise stieg das Jahresdefizit 2008 auf 72 Millionen Euro; bis 2015 lief ein kumuliertes geplantes Defizit von über 300 Millionen Euro auf, vollständig über Kassenkredite finanziert. Seit 2016 sind die Kreishaushalte ausgeglichen oder weisen Überschüsse aus, was der Kreis auf sparsame Haushaltsführung, die Reform des Kommunalen Finanzausgleichs und die Hessenkasse zurückführt. Heute rangiere man an der Spitze der hessischen Landkreise. Zur Einordnung: Am 28. August stand hier, dass der benachbarte Lahn-Dill-Kreis ein um 16 Millionen Euro geringeres Defizit erwartet — dort wird noch konsolidiert.
B 42 an der Loreley bleibt bis Mittwochfrüh gesperrt
Neu zum Bericht vom 31. August, in dem die Vollsperrung „bis auf Weiteres" galt: Die B 42 zwischen St. Goarshausen und Kaub bleibt nach dem Felssturz am Loreleyfelsen voraussichtlich bis zum frühen Mittwoch gesperrt. Grund sind Hangsicherungsarbeiten. Umleitungen sind ausgeschildert; im Anschluss soll die Straße zunächst halbseitig wieder befahrbar sein.
Warntag am 10. September: Entwarnung erstmals über Cell Broadcast
Am Donnerstag, 10. September, wird gegen 11 Uhr bundesweit eine Probewarnung über das Modulare Warnsystem ausgelöst. Zum Einsatz kommen Cell Broadcast sowie die Warn-Apps NINA und KATWARN; bei Cell Broadcast erscheint der Text ohne zusätzliche App direkt auf dem Handybildschirm, begleitet von einem lauten Warnton. Die Kommunen des Westerwaldkreises unterstützen je nach Verfügbarkeit mit Sirenen und Lautsprecherdurchsagen. Gegen 11.45 Uhr folgt die Entwarnung — über die Apps und erstmals ebenfalls über Cell Broadcast.
Online-Terminvereinbarung ausgefallen, mehrere Kreise betroffen
Die Online-Terminvereinbarung des Rhein-Lahn-Kreises ist wegen eines technischen Fehlers derzeit nicht nutzbar. Es handele sich um ein generelles Problem, von dem mehrere Kreisverwaltungen betroffen seien; wann es behoben ist, sei unklar. Termine bei Zulassungsstelle, Führerscheinstelle und Ausländerbehörde sind bis dahin telefonisch oder per E-Mail zu vereinbaren.
Fahndung nach Belästigung am Limburger Bahnhof
Am Montagabend gegen 20.50 Uhr wartete eine 21-Jährige am Limburger Bahnhof auf einen Zug, als sich ein unbekannter Mann neben sie setzte und sie unsittlich berührte. Die Frau konnte fliehen und erstattete später Anzeige. Die Polizei ermittelt wegen sexueller Belästigung und sucht Zeugen. Der Gesuchte ist nach ihrer Beschreibung etwa 35 Jahre alt, schlank, rund 1,80 Meter groß, hat schwarze Haare und trug eine schwarze Vereinsjacke, eine Jogginghose im Camouflage-Muster und schwarze Sneaker mit weißer Sohle. Hinweise nimmt die Polizeistation Limburg unter (06431) 9140-0 entgegen.
Termine
- 7. bis 18. September und 19. bis 30. Oktober: Die K 10 in der Ortsdurchfahrt Hattert ist wegen Kanal-, Wasserleitungs- und Straßenbauarbeiten gesperrt. Die Umleitung führt von Müschenbach über B 414, Hachenburg, B 413, Höchstenbach und B 8 nach Hattert und zurück.
- 10. September, 11 Uhr: bundesweiter Warntag, Entwarnung gegen 11.45 Uhr.
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