Heizöl in Hessen 81 Prozent teurer als vor einem Jahr

Der Tag in der Region · Dienstag, 20. Oktober 2026
Heizöl kostet in Hessen 81 Prozent mehr als vor einem Jahr, 100 Liter liegen bei 170 bis 180 Euro – und jeder vierte Haushalt heizt damit, vor allem auf dem Land in Mittel- und Nordhessen. Außerdem: Das Landgericht Koblenz sagt, ab wann die Straßenbehörde für ein Schlagloch zahlen muss, in Wetzlar hat ein Schockanrufer wieder Erfolg gehabt, und im Westerwald wird eine leere Kirche zum Dorfladen.
Heizöl: 81 Prozent teurer, manche sitzen im Kalten
Neu zu unserem Bericht vom 14. Oktober, als bundesweit ein Plus von 74,9 Prozent gemeldet wurde: In Hessen ist Heizöl nach Angaben des Statistischen Landesamts im Jahresvergleich um 81 Prozent teurer geworden. Für 100 Liter werden zurzeit 170 bis 180 Euro fällig; teurer war Heizöl zuletzt in der Energiekrise 2022. Von den fast drei Millionen hessischen Haushalten heizt etwa jeder vierte mit Öl, besonders in kleineren Städten und auf dem Land in Mittel- und Nordhessen, berichtet die hessenschau. Ein Heizöllieferant aus dem Rhein-Main-Gebiet erzählt dort, dass täglich mehrere Familien anrufen, deren Tank leer ist; immer mehr Kunden bäten um Ratenzahlung, manche bezahlten gar nicht. Weil viele nur kleine Mengen bestellen, werde es pro Liter teurer. Als Grund nennen die Statistiker den Konflikt im Nahen Osten; das Niedrigwasser verknappt nach Angaben des Lieferanten zusätzlich die Lieferungen per Schiff. Sein Rat: sich mit Nachbarn zu einer Sammelbestellung zusammenzutun, dafür gebe es Rabatt.
Landgericht Koblenz: Ab wann ein Schlagloch teuer wird
Ein Motorradfahrer ist auf einer Landstraße der Straßenmeisterei Betzdorf durch ein Schlagloch gefahren, 1,60 Meter lang, 30 Zentimeter breit und 4 Zentimeter tief. Er stürzte nicht, aber die Räder wurden beschädigt; vom Straßenträger verlangte er rund 2.600 Euro. Das Landgericht Koblenz hat die Klage abgewiesen, teilt es in seinem „Fall des Monats" mit (Urteil vom 3. September 2026, 10 O 199/25, noch nicht rechtskräftig). Die Behörde müsse nur vor Gefahren schützen oder warnen, die ein sorgfältiger Fahrer nicht rechtzeitig erkennen kann. Die Rechtsprechung sehe eine Pflicht zum Handeln auf verkehrswichtigen Straßen meist erst ab 15 Zentimetern Tiefe, auf Autobahnen ab 10. Für Motorräder könnten auch geringere Unebenheiten gefährlich sein; 4 Zentimeter seien bei angemessener Aufmerksamkeit und Geschwindigkeit aber beherrschbar. Es komme immer auf den Einzelfall an, betont das Gericht.
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NEWSLETTER ABONNIERENPolizei: Wieder ein Schockanruf mit Erfolg
Neu zu unserem Bericht vom Freitag, als ein Ehepaar in Linter eine Abholerin auffliegen ließ: In Wetzlar hat ein angeblicher Staatsanwalt einer 87-Jährigen am Freitag erzählt, ihre Tochter habe in Frankreich einen tödlichen Unfall verursacht und komme ohne Kaution ins Gefängnis. Die Frau übergab Bargeld, Schmuck und Goldunzen im Wert von etwa 15.000 Euro an einen Abholer; bekannt wurde das erst danach, meldet die Polizei (ots). Sie bittet, mit älteren Angehörigen über solche Maschen zu sprechen. In Lindenholzhausen ging am Sonntagabend ein Unbekannter durch die offene Wohnungstür einer Seniorin in der Kirchfelder Straße und nahm ihren Geldbeutel mit (ots). Auf dem Elzer Herbstmarkt hatte die Polizei am Sonntag über Schockanrufe und Einbruchschutz informiert; eine persönliche Einbruchschutzberatung lässt sich über die Präventionsstelle der Polizeidirektion vereinbaren (ots).
Region: Aus der Kirche wird ein Dorfladen
Die Lokale Aktionsgruppe Westerwald hat 1,4 Millionen Euro Fördergeld verteilt. Aus dem EU-Programm LEADER bekommt die Ortsgemeinde Hof 250.000 Euro, um die nicht mehr genutzte evangelische Kirche zu einem Lebensmittelladen umzubauen; ebenso viel geht an das Pfadfinder-Bundeszentrum in Westernohe. Gefördert werden außerdem Dorftreffpunkte in Krümmel und Neustadt und ein Pausenort für Wanderer am Schloss Molsberg. Aus einem Landesprogramm empfiehlt die Gruppe einen Spieleladen mit Treffpunkt in Bad Marienberg und den Anbau der Dorfgemeinschaftshalle Moschheim, teilt der Westerwaldkreis mit. Im Lahn-Dill-Kreis soll die Schauhöhle Herbstlabyrinth in Breitscheid, Teil des viertgrößten Höhlensystems Deutschlands mit 13 Kilometern vermessenen Gängen, künftig auch im Winter öfter geöffnet und online buchbar werden, schreibt der Kreis.
Kurz gemeldet
- B 260 bei Bad Ems: Ein Taxifahrer überholte am Montag einen Pkw und einen Lkw, ein entgegenkommendes Auto musste stark bremsen; Zeugen gesucht.
- Höhr-Grenzhausen: Im Keller eines Mietshauses brannte es, vermutlich wegen eines mit Leinöl getränkten Lappens; alle Bewohner blieben unverletzt.
- Landtag: Die FDP-Abgeordnete Schardt-Sauer fragt nach der vertraulichen Spurensicherung nach häuslicher Gewalt im Kreis Limburg-Weilburg.
- Pegel Kaub: 18 Zentimeter um 17:30 Uhr (Pegelonline, Rohdaten).
Termine
- Mittwoch, 21. Oktober, 10 Uhr — „Coffee with a Cop" in Hadamar.
- Samstag, 24. Oktober — Katastrophenschutzübung im nördlichen Dillkreis.
- Montag, 26. Oktober — Sanierung der K 84 zwischen Meudt und Dahlen beginnt; Haupt- und Finanzausschuss des Kreises Limburg-Weilburg zum Kreiskrankenhaus Weilburg.
- Dienstag, 27. Oktober — Landgericht Koblenz: Verfahren wegen versuchten Totschlags, Tatort Diez.
- Freitag, 30. Oktober, 9 Uhr — Kreistag Limburg-Weilburg.
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