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Spahn gibt Sitz im Haushaltsausschuss auf – und will sich nun um die Familie kümmern

28. September 2026 // Geschrieben von Manfred

Jens Spahn zieht sich erneut aus einer politischen Funktion zurück. Der frühere Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion verzichtet auf seinen erst Anfang September übernommenen Sitz im Haushaltsausschuss des Bundestages. Zur Begründung erklärte Spahn, alles rund um seine Person sei derzeit derart politisiert, dass ein „normales Arbeiten kaum möglich“ sei. Zudem sei sein Rücktritt als Fraktionschef im Juli noch zu frisch, um wieder voll durchzustarten.

Dem Schritt vorausgegangen war neuer Ärger innerhalb der Union. Spahn hatte während der vergangenen Sitzungswoche an Terminen des Haushaltsausschusses gefehlt. Gleichzeitig war ein Foto aufgetaucht, das ihn mit seinem Sohn auf Sardinien zeigen sollte. Die „Bild“-Zeitung veröffentlichte das Foto zunächst, zog es später jedoch mit dem Hinweis zurück, es sei in einem privaten Rahmen entstanden. Nach Angaben aus Spahns Umfeld erfolgte die Abwesenheit aus familiären Gründen; für die Ausschusssitzung sei ein Stellvertreter organisiert gewesen.

Innerhalb der Unionsfraktion sorgte der Vorgang dennoch für erheblichen Unmut. Medienberichten zufolge forderten mehrere Mitglieder der Haushalts-Arbeitsgruppe Spahns Rückzug. Am Wochenende zog der CDU-Politiker schließlich selbst die Konsequenz. In Absprache mit Fraktionschef Thorsten Frei wolle er sich nun vorerst auf seinen Wahlkreis und seine Familie konzentrieren.

Das sei Spahn selbstverständlich gegönnt. Familie geht vor – eine Haltung, für die vermutlich sehr viele Arbeitnehmer Verständnis haben dürften. Der kleine Unterschied: Wer außerhalb des Bundestages während der Arbeitswoche lieber Zeit mit der Familie verbringen möchte, muss dafür gewöhnlich Urlaub nehmen, Elternzeit beantragen, Arbeitszeit reduzieren – und gegebenenfalls auch mit weniger Einkommen auskommen.

Ein Bundestagsmandat dagegen bleibt ein Bundestagsmandat. Spahn legt seinen Ausschusssitz nieder, nicht sein Mandat. Die Abgeordnetenentschädigung läuft weiter. So betrachtet hat politische Spitzenkarriere zumindest einen bemerkenswert familienfreundlichen Nebeneffekt: Man kann sich aus besonders arbeitsintensiven Aufgaben zurückziehen, um sich stärker der Familie zu widmen – während der Steuerzahler die berufliche Grundversorgung weiterhin sicherstellt.

Es gibt schlechtere Modelle zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.