Säure in der Dietzhölze: Dillenburg warnt vor Kontakt mit Dietzhölze und Dill

Der Tag in der Region · Donnerstag, 1. Oktober 2026
Aus einem Stahlwerk bei Dillenburg ist ein Säuregemisch in die Dietzhölze gelaufen. Die Stadt bittet, Wasser und Ufer von Dietzhölze und Dill zu meiden; das Trinkwasser ist nicht betroffen. Außerdem: Das Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes nennt drei Fälle aus Wetzlar, Hadamar und Villmar, und ein kostenloses System für Jugendberufsagenturen nutzt in Rheinland-Pfalz niemand.
Säure in der Dietzhölze
Am Mittwochabend meldete ein Mitarbeiter eines Stahlwerks, dass Säure vom Betriebsgelände in die angrenzende Dietzhölze gelaufen sei, teilt die Polizei Mittelhessen mit. Eine noch nicht bezifferte Menge eines Säuregemischs sei aus einem Rohr in das Gewässer gelangt. Die Feuerwehr legte eine Sperre, damit die Säure nicht in die Dill gelangt. Regierungspräsidium und untere Wasserbehörde sind verständigt. Verletzt wurde niemand, wie groß der Schaden für die Umwelt ist, ist offen. Die Polizei schließt einen technischen Defekt am Rohr nicht aus. Die Stadt Dillenburg bittet, Wasser- und Uferbereiche von Dietzhölze und Dill im Stadtgebiet zu meiden, den Kontakt von Menschen und Tieren mit dem Wasser unbedingt zu vermeiden und derzeit nicht zu angeln. Das Trinkwasser sei nicht betroffen. Nach Angaben der hessenschau handelt es sich um ein Gemisch aus Salpeter- und Flusssäure.
Schwarzbuch: Doppelte Miete für die Polizei in Wetzlar
Der Bund der Steuerzahler hat sein neues Schwarzbuch vorgestellt, drei der hessischen Fälle liegen in unserem Gebiet. In Wetzlar zahlt das Land seit Dezember 2024 für die alte Polizeistation in der Frankfurter Straße weiter Miete, zunächst 400.000 Euro im Jahr, davon 330.000 für das Gebäude. Die Polizei, die Regionale Kriminalinspektion Lahn-Dill und die Diensthundestaffel sind Ende 2024 in einen größeren Neubau in der Spilburg gezogen. Der alte Vertrag läuft bis Ende 2035 und ist nicht einseitig kündbar. Das Land nennt das alte Gebäude für moderne Polizeiarbeit ungeeignet; die Miete für den Neubau nennt es zum Schutz des Vermieters nicht. Seit August trainiert die Polizei im Hauptgebäude, ab Oktober soll ein Teil des Nebengebäudes vermietet werden. Der Steuerzahlerbund spricht von mindestens 500.000 Euro Verschwendung und fordert einen Nachmieter für das Hauptgebäude.
Schwarzbuch: Toilette in Hadamar, Zufahrt in Villmar
In Hadamar-Niederhadamar entsteht am Festplatz „In der Host" eine Toilettenanlage für 355.700 Euro. 292.500 Euro kommen als Förderung aus der Hessenkasse, 32.500 als zinsloses Darlehen, die Stadt zahlt 30.700 Euro. Benutzt werden darf sie bei Veranstaltungen, regelmäßig sind das Kirmes und Weihnachtsmarkt. Diskutiert wurde seit 2019, auch über einen Container für rund 175.000 Euro; beschlossen wurde erst, als die Fördermittel zu verfallen drohten. In Villmar musste die Zufahrt zum neuen Gewerbegebiet an der L 3365 nach Vorgaben von Hessen Mobil für 120.000 Euro gebaut werden. Lastwagen mussten danach Umwege durch den Ort und über Niederbrechen fahren. Der Umbau kostete 100.000 Euro, davon trägt eine Baufirma 40.000; Villmar zahlt 60.000. Die Bewertung als Verschwendung ist die des Steuerzahlerbundes.
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NEWSLETTER ABONNIERENJugendberufsagenturen: Das kostenlose System nutzt niemand
Seit dem 1. Juli stellt der Bund den Jugendberufsagenturen das IT-System YouConnect kostenlos bereit. Genutzt wird es in Rheinland-Pfalz von keiner, schreibt das Arbeitsministerium in einer Antwort an die Grünen, auch nicht im Rhein-Lahn-Kreis und im Westerwaldkreis, wo es Jugendberufsagenturen gibt. Als Gründe nennt die Regionaldirektion der Bundesagentur neben den Kosten die doppelte Erfassung der Daten. Einen Zeitplan für den Anschluss hat das Land nicht, es steuert die Einführung nicht. Zusätzliches Personal bei Arbeitsagenturen und Jobcentern ist dafür nicht vorgesehen.
Kurz gemeldet
- Westerwald: Gäste haben 2025 laut einer Studie im Auftrag des Westerwald Touristik-Service 642,2 Millionen Euro Umsatz ausgelöst, davon 388,8 Millionen bei Tagesreisen.
- Elz: Für die Sanierung des historischen Rathauses gibt das Land 139.950 Euro aus dem Dorfentwicklungsprogramm, 75 Prozent der Kosten.
- Organspende: In Rheinland-Pfalz gab es 2025 nach dem Bericht der Landesregierung 39 Organspender nach dem Tod, 9,5 je Million Einwohner; bundesweit waren es 11,8.
- Pegel Kaub: minus vier Zentimeter um 17:15 Uhr (Pegelonline, Rohdaten). Für alle vier Kreise galten am Abend Warnungen vor Starkregen.
Termine
- Samstag, 3. Oktober — Tag der Deutschen Einheit.
- Montag, 5. Oktober, bis Freitag, 16. Oktober — Sperrung der K 412 in Drommershausen.
- Freitag, 30. Oktober — Kreistag Limburg-Weilburg.
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