Pegel Kaub bei null: Der Rhein steht so tief wie nie

Der Tag in der Region · Freitag, 25. September 2026
Der Pegel Kaub ist am Freitagnachmittag auf null Zentimeter gefallen. So niedrig stand der Rhein dort noch nie, seit die Wasserstraßenverwaltung Werte führt. Der bisherige Tiefststand von 2018 ist seit zwei Wochen unterschritten. Außerdem: Der Kreis Limburg-Weilburg muss über die Zukunft der Deponie Beselich entscheiden, in Rheinland-Pfalz ist im Trinkwasser kein PFAS-Grenzwert überschritten, und die Polizei warnt im Raum Montabaur vor Schockanrufen.
25 Zentimeter unter dem Rekord von 2018
Am Pegel Kaub hat die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung am Freitag Werte zwischen 5 und 0 Zentimetern gemessen, seit 16:45 Uhr meist null. Es sind Rohdaten, also noch nicht geprüft. Den niedrigsten Wasserstand, den die Verwaltung für Kaub verzeichnet, gab es mit 25 Zentimetern am 22. Oktober 2018. Diese Marke ist nach der Messreihe seit dem 10. September unterschritten; nach einem kurzen Anstieg Mitte des Monats fällt der Pegel seit dem 16. September fast ohne Unterbrechung. Im Mittel der Jahre 2010 bis 2020 stand er bei 208 Zentimetern, die jährlichen Niedrigstände lagen im Schnitt bei 65. Für die Fahrrinne sichert die Verwaltung bei einem Pegel von 77 Zentimetern eine Tiefe von 1,90 Metern zu – der Pegel liegt jetzt 77 Zentimeter darunter. Bei Worms wurden am Donnerstag minus 26 Zentimeter gemessen, nach Angaben der hessenschau der tiefste Wert seit über 200 Jahren; die Fähre zwischen Kornsand und Nierstein hat den Betrieb eingestellt. Mit nennenswertem Regen rechnet der hr-Meteorologe erst im Oktober.
Deponie Beselich: schließen oder weiter befüllen?
Am Montag stellt der Umweltausschuss des Kreises Limburg-Weilburg das fortgeschriebene Abfallwirtschaftskonzept fest. Über die Kontrolle der Biotonnen daraus hatten wir berichtet. Weitreichender ist der Abschnitt zur Kreisabfalldeponie: Nach dem vollständigen Ausbau der Basis bleiben dort rund 400.000 Kubikmeter Verfüllvolumen. Zwischen „Schließung" und „weiterem Einbau" in einem Ablagerungsbereich C soll anhand von Kostenvarianten entschieden werden, unter Berücksichtigung der Rückstellung für die Nachsorge. Das Konzept verweist dabei auf die knappen Deponiekapazitäten in Hessen. Angesetzt sind 100 Jahre Nachsorge; das Geld dafür war bis Ende 2020 erwirtschaftet, eine Neuberechnung wird vorbereitet. Für 2027 bis 2030 ist eine Oberflächenabdichtung der verfüllten Abschnitte geplant, eine Bundesförderung von bis zu 50 Prozent soll über eine Machbarkeitsstudie geprüft werden. Weil die Erlöse für Altkleider gesunken sind, hat der Kreis nach der Beschlussvorlage Verträge mit karitativen Sammlern geschlossen, die deren Mehrkosten decken sollen. Geplant ist außerdem eine Plastikpresse für sortenreinen Kunststoff.
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NEWSLETTER ABONNIERENPFAS im Trinkwasser: kein Grenzwert überschritten
In keinem Wasserversorgungsgebiet in Rheinland-Pfalz ist der Grenzwert für PFAS im Trinkwasser überschritten, der seit dem 12. Januar gilt. Das schreibt die Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Große Anfrage der AfD; sie stützt sich auf die Daten des ersten Halbjahres. Für unsere Region zeigt eine Tabelle darin einen Unterschied: In der Region Mittelrhein-Westerwald blieben die Proben am seltensten ohne PFAS-Nachweis – 62 Prozent 2024, 67 Prozent 2025 und 54 Prozent bis Juli 2026, in allen drei Jahren der niedrigste Anteil der fünf Regionen. In der Region Trier lag er zuletzt bei 97, in Rhein-Neckar bei 98 Prozent. Die Landesregierung warnt ausdrücklich, diese Anteile ließen keine gesicherten Rückschlüsse auf die regionale Verteilung zu: Die Labore arbeiteten mit unterschiedlichen Bestimmungsgrenzen, und Untersuchungen aus besonderem Anlass häuften sich in manchen Regionen. Belastbare Daten soll es Ende 2026 geben. In der Liste PFAS-belasteter Liegenschaften steht kein Standort aus dem Rhein-Lahn- oder dem Westerwaldkreis.
Schockanrufe im Raum Montabaur
Im Bereich der Polizeiinspektion Montabaur häufen sich derzeit sogenannte Schockanrufe. Die Anrufer setzen meist ältere Menschen unter Druck – mit der Angst um einen Angehörigen oder vor einem angeblich bevorstehenden Einbruch. Geld oder Wertsachen soll dann ein vermeintlicher Behördenmitarbeiter abholen. In allen bisher bekannten Fällen haben die Angerufenen das Gespräch schnell beendet. Die Polizei rät, im Zweifel selbst die bekannte Nummer der örtlichen Dienststelle zu wählen; sie frage am Telefon nie nach sensiblen Daten. Wie man sich schützt, war auch Thema eines Kinonachmittags im Cinexx Hachenburg, zu dem mehrere Institutionen Seniorinnen und Senioren eingeladen hatten.
Kurz gemeldet
- Raub am Bahnhofsplatz: In Limburg hat ein Mann am Donnerstagnachmittag einem 20-jährigen Bekannten Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und ihm das Bargeld abgenommen; die Kriminalpolizei sucht Zeugen unter (06431) 9140-0.
- Mit dem Rettungswagen zurück in die Notaufnahme: Ein 41-Jähriger wollte in einem Limburger Krankenhaus so seine Wartezeit verkürzen. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen Missbrauchs von Notrufen ermittelt.
- Einbruch ins Rathaus Balduinstein: Unbekannte sind zwischen Dienstag und Donnerstag in das Gebäude und die Tierarztpraxis darin eingedrungen; Hinweise an die Polizei Diez, 06432 6010.
- K 412 gesperrt: Die Ortsdurchfahrt Drommershausen ist vom 5. bis 16. Oktober wegen Sanierung gesperrt, die Umleitung führt über die B 456 und die L 3020.
- Kreistag Lahn-Dill: Der Haupt- und Finanzausschuss hat am Donnerstag empfohlen, dass sich der Kreis den Anträgen des Hessischen Landkreistags nach dem Kommunalen Flexibilisierungsgesetz anschließt. Über die Vorlage entscheidet der Kreistag am Montag.
Termine
- Montag, 28. September, 13:30 Uhr — Kreistag Lahn-Dill in Wetzlar.
- Montag, 28. September, 18 Uhr — Schulausschuss Limburg-Weilburg zur Grundschulbetreuung; Unterlagen liegen weiterhin nicht vor.
- Montag, 28. September, 19 Uhr — Umweltausschuss Limburg-Weilburg, Abfallwirtschaftskonzept.
- Montag, 5. Oktober, bis Freitag, 16. Oktober — Sperrung der K 412 in Drommershausen.
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