29. Juni 2026
Es gibt journalistische Sternstunden. Und es gibt Momente, in denen man als Zuschauer kurz innehalten muss, weil man nicht genau weiß: War das jetzt Recherche, Redaktion oder betreutes Weglassen?
In den „Nachrichten AUF1“ vom 29. Juni 2026 wurde über den Freiheitslauf berichtet. Das ist zunächst erfreulich. Denn der Freiheitslauf, der nächtliche Angriff auf Fahrzeuge des Trosses und die Frage, warum politisch motivierte Gewalt gegen Regierungskritiker so wenig öffentliche Empörung auslöst, verdienen Aufmerksamkeit. Gerade deshalb haben wir beim Fingerklopfer bereits am 30. Mai über den Angriff berichtet – und einen Tag später auch über das Bekennerstatement aus dem linksextremistischen Umfeld.
Umso überraschender war dann der Schlusspunkt des AUF1-Beitrags: Dort wurde sinngemäß behauptet, kein anderes Medium habe über den nächtlichen Angriff berichtet. Eine bemerkenswerte Aussage. Nicht nur, weil sie falsch ist. Sondern auch, weil sie mit einem Spendenaufruf verbunden wurde. Frei nach dem Motto: Niemand berichtet – außer wir. Also bitte unterstützen.
Das ist publizistisch ungefähr so elegant wie ein Feuerwehrmann, der erst die Nachbarn aus dem Einsatzprotokoll streicht und dann erzählt, er allein habe den Brand bemerkt.