Zum Hauptinhalt springen

Warm-up für den Freiheitslauf: Ein leiser Auftakt mit großer Ambition

18. Januar 2026 // geschrieben von Manfred

Am Hambacher Schloss, jenem symbolträchtigen Ort deutscher Freiheitsgeschichte, fand am Wochenende das sogenannte „Warm-up“ für den Freiheitslauf statt. Rund 70 Menschen waren der Einladung gefolgt, um auf ein Projekt aufmerksam zu machen, das in den kommenden Wochen deutlich größere Dimensionen annehmen soll. Das Warm-up war bewusst klein gehalten, weniger als Massenkundgebung denn als Signal: Der Freiheitslauf ist real, er wächst – und er braucht Unterstützung.

Der Freiheitslauf versteht sich als bewegter Protest für Freiheit, Grundrechte und demokratische Selbstbestimmung. Statt punktueller Demonstrationen setzt das Projekt auf eine symbolisch wie logistisch anspruchsvolle Form des Protests: einen Lauf quer durch Deutschland, getragen von Bürgern, Aktivisten und Unterstützern der kritischen Demokratiebewegung. Ziel ist es, Aufmerksamkeit zu schaffen, Gespräche anzustoßen und eine gesellschaftliche Debatte jenseits parteipolitischer Schablonen zu fördern. Der Ort des Warm-ups war dabei kein Zufall. Das Hambacher Schloss steht seit dem Hambacher Fest von 1832 für bürgerlichen Freiheitswillen, Meinungsfreiheit und politische Teilhabe – Werte, an die der Freiheitslauf bewusst anknüpft.

Exkurs: Das Projektteam im Fingerklopfer-Talk

Zwischen Aufbruchsstimmung und Realität

Die Stimmung während der Kundgebung war ruhig, konzentriert und entschlossen. Redebeiträge, Gespräche und persönliche Begegnungen prägten das Bild. Viele der Anwesenden engagieren sich bereits seit Jahren in unterschiedlichen Initiativen, andere waren erstmals bei einer solchen Veranstaltung dabei. Was alle verband, war das Gefühl, dass demokratische Grundrechte zunehmend unter Druck geraten und neue Formen des Protests notwendig sind.

Gleichzeitig wurde deutlich, vor welchen Herausforderungen das Projekt steht. Die Organisation eines deutschlandweiten Laufs erfordert eine enorme logistische Leistung: Streckenplanung, Genehmigungen, Übernachtungsmöglichkeiten, Verpflegung und die Koordination zahlreicher Helfer müssen bewältigt werden – ehrenamtlich. Zwar wächst die Unterstützung aus dem Umfeld der kritischen Demokratiebewegung stetig, doch ein zentrales Problem bleibt: Es fehlt an Multiplikatoren. Reichweite, mediale Sichtbarkeit und tragfähige Netzwerke sind bislang begrenzt. Der Freiheitslauf existiert, wird aber außerhalb engagierter Kreise noch zu wenig wahrgenommen.

Im Gespräch mit dem Initiator des Projekts wurde dieser Punkt besonders deutlich. Er beschreibt das Warm-up als wichtigen Zwischenschritt, der gezeigt habe, dass die Idee trägt und Menschen bereit sind, Zeit und Energie zu investieren. Gleichzeitig sei klar geworden, dass der nächste Entwicklungsschritt nicht allein über weitere Mitstreiter auf der Strecke zu erreichen ist, sondern über Menschen und Plattformen, die das Projekt nach außen tragen. Ohne Sichtbarkeit, so seine Einschätzung, bleibe selbst die beste Idee in der Nische. Der Freiheitslauf brauche nun Journalisten, Blogger, Videoproduzenten und engagierte Bürger, die bereit sind, das Anliegen weiterzutragen.

Bilder, Stimmen und der Blick nach vorn

Einen starken Eindruck vermittelte auch die Kundgebung selbst, die in Bild und Ton dokumentiert wurde. In der Videoeinbindung von der Veranstaltung am Hambacher Schloss werden Atmosphäre, Redebeiträge und die Motivation der Teilnehmer greifbar. Ergänzt durch Bilder des Warm-ups entsteht ein authentisches Bild eines Projekts, das noch am Anfang steht, aber bereits eine klare Richtung vorgibt.

Der Freiheitslauf wird in den kommenden Wochen zeigen müssen, ob aus diesem leisen Auftakt eine breitere Bewegung entstehen kann. Das Warm-up hat deutlich gemacht, dass Engagement und Idealismus vorhanden sind. Ob daraus gesellschaftliche Wirkung erwächst, hängt nun weniger von der Motivation der Beteiligten ab als von der Bereitschaft anderer, dieses Engagement sichtbar zu machen. Demokratie, so der unausgesprochene Tenor der Veranstaltung, ist keine Selbstverständlichkeit – sie braucht Bewegung. Manchmal sogar im wörtlichen Sinne.

Kundgebungen vom Tage

Wir benutzen Cookies
Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, Ihnen Content (wie z.B. Youtube Videos) anzubieten. Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. In den unten verlinken Datenschutzhinweisen erklären wir ausführlich unsere Cookie-Policy. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung von Cookies womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen. Sie können Ihre Entscheidung über einen Link im unteren Teil der Webseite jederzeit widerrufen oder neu erteilen.