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Zwischen Megafon und Meinung: Ein Abend über Demokratie, die man aushalten muss

10. Januar 2026 // geschrieben von Manfred

Ein Dorf, ein Gasthaus, ein politischer Ausnahmezustand. Isselbach, eine kleine Gemeinde in Rheinland-Pfalz, erlebte am Abend des 9. Januar 2026 mehr politische Spannung als manch größere Stadt im Wahlkampf. Anlass war eine Wahlveranstaltung der AfD im Gasthaus „Zur alten Brauerei“ – und ein Gegenprotest, der das Dorf sichtbar, aber nicht hörbar bewegte.

Rund 100 Gegendemonstranten versammelten sich vor dem einzigen Gasthaus des Ortes. Laut wurde es kaum, was weniger an Zurückhaltung als an der Technik lag: Das Megafon war schlicht zu leise. Gesungen wurde dennoch vom „Faschismus im Land“, verbunden mit dem erklärten Ziel, eine demokratisch zugelassene Partei an einem Bürgerdialog zu hindern. Ein Widerspruch, der den Abend wie ein roter Faden begleitete.

Die Stimmung im Gegenprotest blieb friedlich. Gespräche waren möglich, die Fronten höflich. Inhaltlich jedoch zeigte sich eine Leerstelle: Man war gegen die AfD, aber kaum jemand konnte erklären, wie man die wachsende Unzufriedenheit vieler Bürger politisch auffangen will. Ablehnung ersetzte Argumente.

Besonders unerquicklich war der Umgang mit dem Gastwirt. Der Betreiber der „Alten Brauerei“ sah sich im Vorfeld Anfeindungen ausgesetzt – nicht wegen politischer Äußerungen, sondern weil er als Geschäftsmann seine Räume zur Verfügung stellte. Der Zorn richtete sich im Gegenprotest auch deutlich gegen ihn und nicht nur gegen die Inhalte der Veranstaltung. Der Fingerklopfer wird diesem Wirt und seinen Erfahrungen eine Stimme geben. Ein Interview ist geplant.

Drinnen war der Saal voll. Rund 50 Menschen hörten den Rednern zu, einige AfD-Gegner verließen den Raum bereits während der ersten Rede unter hörbarem Missfallen. Toleranz, Meinungsfreiheit, Demokratie – Begriffe, die draußen beschworen, drinnen aber nur selektiv angewandt wurden.

Den Auftakt machte Andreas Bleck, Bundestagsabgeordneter und umweltpolitischer Sprecher. Seine Rede war eine Generalabrechnung mit der Politik der letzten Jahre: Schuldenorgien, ideologische Energiepolitik, eine Außenpolitik, die Moral predigt und Verantwortung verweigert. Bleck stellte die Interessen des eigenen Landes in den Mittelpunkt und zeichnete das Bild eines Staates, der seine Bürger zunehmend nachrangig behandelt – bei Energieversorgung, Sicherheit und Meinungsfreiheit.

Rede Andreas Bleck im Detail

Jörg Zirwes, ehemaliger Berufssoldat und Mitglied im Verteidigungsausschuss, legte nach. Kurz, scharf, mobilisierend. Er sprach über eine ideell ausgehöhlte Bundeswehr, über Interessenpolitik statt Gesinnungsdiplomatie und über eine Asylwende, die es seiner Ansicht nach nicht gibt. Seine Botschaft war eindeutig: kein deutsches Geld, keine Waffen, keine Soldaten für einen Krieg, der nicht der eigene sei – und eine Migrationspolitik, die Ordnung wiederherstellt.

Rede Jörg Zirwes im Detail

Den Abschluss bildete Jan Bollinger, Spitzenkandidat für Rheinland-Pfalz. Er brachte die bundespolitische Kritik auf Landesebene herunter und zeichnete ein Programm, das Migration, Energie, Infrastruktur, Gesundheit und direkte Demokratie miteinander verband. Nicht als technokratisches Konzept, sondern als politisches Versprechen: Entlastung statt Bevormundung, Investitionen statt Ideologie, Bürgerkontrolle statt Staatsgläubigkeit.

Rede Jan Bollinger im Detail

Isselbach zeigte an diesem Abend kein gespaltenes Dorf, sondern ein gespaltenes Land im Kleinformat. Der Protest blieb friedlich, die Gegensätze dennoch hart. Wer Demokratie ernst meint, muss sie aushalten – auch dann, wenn sie einem politisch nicht passt.

Redebeiträge im Detail

Andreas Bleck: Generalabrechnung mit der politischen Dauerverwaltung

Andreas Bleck, Bundestagsabgeordneter und umweltpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, machte gleich zu Beginn klar, dass er diesen Abend nicht als Pflichttermin verstand, sondern als Ausdruck politischer Verschiebung. Die AfD sei nicht deshalb gut besucht, weil sie provoziere, sondern weil sie in nahezu allen Politikfeldern Positionen vertrete, die sich deutlich vom etablierten Parteienkartell abheben. Außen-, Wirtschafts-, Sozial-, Energie- und Umweltpolitik – überall reklamiert Bleck Alleinstellungsmerkmale.

Sein Grundbefund fiel drastisch aus: Es spiele längst keine Rolle mehr, wer regiert habe. CDU, SPD, Grüne, FDP oder Linke – jede denkbare Koalition habe am Ende dieselbe politische „Suppe“ produziert, die dem Land geschadet habe. Seine persönliche Bilanz seit dem Einzug in den Bundestag 2017 geriet dabei zur bitteren Ironie: Nach Merkel habe man geglaubt, schlimmer gehe es nicht, nach Scholz dasselbe – und mit Friedrich Merz habe sich gezeigt, dass politische Enttäuschung offenbar keine Obergrenze kennt.

Besonders scharf ging Bleck mit der neuen Schuldenpolitik ins Gericht. Der Bruch der Ampelkoalition über 60 Milliarden Euro Neuverschuldung sei kaum noch präsent, während unter Merz ein Schuldenpaket historischen Ausmaßes beschlossen worden sei – mit Mehrheiten eines faktisch abgewählten Bundestages. Was als Investitionsoffensive verkauft werde, entpuppe sich in der Realität als konsumtive Ausgabenpolitik auf Kosten künftiger Generationen. Für Bleck ist das nicht nur politisch kurzsichtig, sondern verantwortungslos.

In der Außenpolitik zeichnete er das Bild einer Bundesregierung, die internationale Moral predige, während sie innenpolitisch versage. Waffenlieferungen in die Ukraine, das bewusste Unterlassen diplomatischer Initiativen und das aktive Torpedieren von Friedensverhandlungen seien Ausdruck einer Politik, die Blut vergieße, ohne Verantwortung zu übernehmen. Bleck betonte zwar ausdrücklich den völkerrechtswidrigen Charakter des russischen Angriffs, stellte aber klar, dass Deutschland weder die Pflicht noch die Fähigkeit habe, globale Konflikte militärisch zu managen, während im eigenen Land elementare Probleme ungelöst blieben.

Als Beispiel führte er den großflächigen Stromausfall in Berlin an, ausgelöst durch einen linksextremen Anschlag. Während tausende Haushalte ohne Strom und Wärme auskommen mussten, seien Notstromaggregate ins Ausland geliefert worden. Besonders empörte ihn die Prioritätensetzung bei Evakuierungen, bei denen nicht Alte oder Kranke, sondern Migranten zuerst in Sicherheit gebracht worden seien. Für Bleck symptomatisch für ein politisches System, das seine eigenen Bürger nicht mehr an erste Stelle setze.

Den Schwerpunkt seiner Rede legte Bleck schließlich auf die Energie- und Umweltpolitik. Der wirtschaftliche Wohlstand Deutschlands basiere auf sicherer, günstiger und zuverlässiger Energieversorgung – eine Grundlage, die mutwillig zerstört werde. Die oft beschworenen günstigen Preise erneuerbarer Energien existierten nur auf dem Papier der Strombörse, nicht auf den Rechnungen der Verbraucher. Die wahren Kosten entstünden durch Subventionen, Netzentgelte und Systemstabilisierung. Das Ergebnis seien weltweit mit die höchsten Strompreise und eine Industrie, die zunehmend ins Ausland abwandere.

Besonders deutlich wurde Bleck beim Vergleich mit Frankreich, das den Großteil seines Stroms aus Kernenergie bezieht – zu deutlich niedrigeren Preisen. Die Endlagerfrage sei dabei längst geregelt, während Wind- und Solaranlagen ohne massive Subventionen nicht lebensfähig seien und zugleich enorme Flächen verschlingen. Zwei Prozent der Landesfläche für Windkraft – dreimal so viel wie das Saarland – stünden lediglich 1,8 Prozent Gewerbe- und Industriefläche gegenüber. Für Bleck ein groteskes Missverhältnis.

Als Umweltpolitiker definierte er das zentrale ökologische Problem nicht über Feinstaub oder Stickoxide, sondern über Flächennutzungskonflikte. Landwirtschaft, Industrie, Wohnungsbau und Naturschutz konkurrierten zunehmend um begrenzten Raum. Seine Schlussfolgerung: Kernenergie sei grundlastfähig, CO₂-neutral und flächenschonend – und damit jeder ideologisch motivierten Verbotspolitik überlegen.

Auch die Lebensmittelversorgung nahm Bleck in den Blick. Durch immer schärfere Auflagen im Pflanzenschutz und bei der Düngung gerate selbst der Anbau von hochwertigem Brotweizen in Gefahr. Während andere EU-Staaten ihre Landwirtschaft protektionistisch schützen, setze Deutschland zusätzliche Hürden obendrauf und gefährde damit die eigene Versorgungssicherheit. Freihandel sei sinnvoll, so Bleck, aber nur auf Augenhöhe – nicht zulasten der eigenen Produzenten.

Seine grundsätzliche Kritik gipfelte in einer Abrechnung mit dem Sozialismus in all seinen Formen. Erst eine starke Wirtschaft ermögliche Umweltschutz, nicht umgekehrt. Als warnendes Beispiel führte er die DDR an, deren wirtschaftlicher Ruin massive ökologische Altlasten hinterlassen habe. Die AfD stelle dem ein Weltbild entgegen, in dem das Individuum im Mittelpunkt stehe: Technologieoffenheit statt Verbote, Verantwortung statt Bevormundung.

Zum Ende weitete Bleck seine Rede auf das Thema Meinungsfreiheit aus. Wer erlebe, dass satirische Beleidigungen gegen Regierungsmitglieder polizeiliche Konsequenzen hätten, während massive Diffamierungen von Oppositionspolitikern medial toleriert würden, könne kaum noch von Gleichbehandlung sprechen. Meinungsfreiheit ohne Meinungsvielfalt sei wertlos, so Bleck – und genau diese Vielfalt sehe er in Deutschland zunehmend bedroht.

Sein Schlussappell war entsprechend klar: weniger Staat, weniger Verwaltung, mehr Verantwortung für Bürger und Unternehmer. Politik müsse wieder im Interesse des eigenen Landes gemacht werden – frei, demokratisch und ohne ideologische Scheuklappen.

Jörg Zirwes: Sicherheit, Interessenpolitik und die Ansage an die „Asylwende“-Legende

Wenn Andreas Bleck zuvor den großen Rundumschlag lieferte, dann setzte Jörg Zirwes den nächsten Akzent mit dem Vorschlaghammer – kurz, kernig, kampfbereit. Gleich zu Beginn war klar, worauf er hinauswill: Die AfD versteht sich als Kraft, die nicht nur Opposition spielt, sondern die „Brandmauern“ ins Wanken bringen und am Ende zu Fall bringen will. Rheinland-Pfalz wurde dabei als nächstes Schlachtfeld markiert, flankiert von Ausblicken auf Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Das war weniger Analyse als Mobilisierung – und im Saal wirkte es genau so, wie es gedacht war.

Zirwes stellte sich als ehemaliger Berufssoldat vor, Mitglied im Verteidigungsausschuss, stellvertretend im Innenausschuss, dazu noch im Petitionsausschuss. Die Botschaft dahinter: Wir reden nicht nur, wir haben „vom Fach“ Ahnung. Ob man diese Selbstbeschreibung teilt oder nicht – die Rolle, die er sich gab, war eindeutig: innere und äußere Sicherheit als Kernkompetenz und als politisches Rückgrat.

Sein Bild der Bundeswehr war dabei ein klassisches AfD-Narrativ, aber mit persönlichem Zugriff: nicht nur kaputtgespart, sondern „ideell abgewirtschaftet“, geprägt von einer linken Ideologie, die über Jahre in Strukturen und Selbstverständnis hineingedrückt worden sei. Er machte daraus eine klare Abgrenzung zu Grünen und linksalternativen Milieus, die früher gegen Gelöbnisse demonstrierten – und stellte dem die eigene Linie entgegen: bürgerlich, patriotisch, pro-Bundeswehr, aber mit der Forderung nach einer ernsthaft verteidigungsbereiten Truppe, die zu einem Staat passt, der in der Diplomatie wieder Gewicht haben will.

Der zentrale Punkt seiner Rede lag jedoch nicht im Zustand der Kasernen, sondern im Zustand der Außenpolitik. Zirwes formulierte eine klassische Interessenlogik, gestützt auf Bismarck: Staaten hätten keine Freunde, sondern Interessen. Und die Interessen Deutschlands, so sein Ansatz, seien wirtschaftliche Beziehungen zu den großen Spielern – Russland, USA, China, Indien – und zwar „zum Wohle unseres Volkes“. Man merkte, dass er hier das Wort „Diplomatie“ bewusst als Gegenbegriff zur moralischen Außenpolitik der letzten Jahre setzt. Wer ihn deshalb „Putinfreund“ nenne, diffamiere nur, weil Argumente fehlten.

In diesem Rahmen platzierte er die harte Ablehnung von Ukraine-Engagement: kein deutsches Geld, keine deutschen Waffen, keine deutschen Soldaten. Der Krieg sei „nicht der unsrige“ und dürfe es nie werden. Das war nicht als differenzierte Diskussion gemeint, sondern als rote Linie, die man im Saal als wohltuende Eindeutigkeit empfand – ganz gleich, wie man sie inhaltlich bewertet.

Dann schwenkte Zirwes auf das Thema, das in solchen Sälen meist am stärksten wirkt: Migration. Hier griff er frontal die Erzählung einer „Asylwende“ an und nannte Zahlen, die den Eindruck eines fortgesetzten Zustroms untermauern sollten. Sein Tenor war eindeutig: Die angebliche Wende sei eine Legende, die Menschen beruhigen solle, während real weiter eingewandert werde – über Asyl, über Tickets, über Familiennachzug, über Programme wie „Ortskräfte“. Die Pointe war nicht die exakte Statistik, sondern die politische Botschaft: Wer glaubt, Merz habe das Problem gelöst, wird getäuscht.

Bemerkenswert war, dass Zirwes in diesem Teil nicht den üblichen Holzhammer gegen „Migranten“ auspackte, sondern eine Unterscheidung betonte: Menschen, die legal hier sind, arbeiten, die Sprache sprechen, sich integrieren – seien Teil der Gemeinschaft. Gerade unter diesen gebe es wachsende Unterstützung für die AfD, sagte er. Gleichzeitig machte er klar, wer nicht legal hier sei oder straffällig werde, müsse gehen. Das ist die Form von „Ordnungserzählung“, die im Saal als „normal“ verkauft wird – und draußen auf Gegendemonstrationen als Skandal gilt.

Zum Schluss setzte Zirwes den emotionalen Kitt, den solche Veranstaltungen brauchen: Patriotismus. Nicht als martialischer Schlachtruf, sondern als identitätsstiftender Klammerbegriff: der „Kitt“, der eine Nation zusammenhalte. Pathetisch, ja – aber genau dafür sind solche Abende gemacht. Die Rede endete nicht mit einem konkreten Gesetzesvorschlag, sondern mit einem Aufruf: Jetzt sei die Zeit, jetzt müsse man anpacken, die Wende sei greifbar.

Jan Bollinger: Landespolitik als Hebel für die „Wende“

Jan Bollinger, Spitzenkandidat der AfD für die kommende Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, gab der Veranstaltung den strategischen Rahmen. Während die beiden Bundestagsabgeordneten zuvor vor allem die große Bundespolitik seziert hatten, holte Bollinger das Gesagte bewusst auf die Landesebene herunter – und machte klar, dass es aus seiner Sicht keinen Grund gibt, auf „Berlin“ zu warten.

Er begann mit Dank und Schulterklopfen, aber dahinter lag eine klare Botschaft: Die AfD habe sich ihren Platz nicht erkämpft, sondern erlitten. Zwölf Jahre Gegenwind, Diffamierungen, Ausgrenzung – von „Corona-Leugnern“ bis „Putins fünfter Kolonne“. In Umfragen zeitweise bei sieben Prozent, mit wenigen Mitgliedern und viel offener Feindseligkeit. Dass die Partei heute in Umfragen bundesweit bei über 25 Prozent liege, sei kein Zufall, sondern das Ergebnis von Beharrlichkeit – und davon, dass viele Bürger im Nachhinein erkannt hätten, wie zerstörerisch politische Fehlentscheidungen der letzten Jahre gewesen seien.

Bollinger formulierte dabei einen Gedanken, der an diesem Abend immer wieder auftauchte: Man könne einen Angriffskrieg verurteilen und gleichzeitig feststellen, dass Sanktionen, die das eigene Land härter treffen als den Adressaten, politischer Unsinn sind. Diese Unterscheidung, so Bollinger, hätten viele Bürger inzwischen verstanden – und sich entsprechend politisch neu orientiert.

Inhaltlich stellte er das Grundparadigma der AfD heraus: Politik für die eigenen Bürger. Explizit schloss er dabei Deutsche mit Migrationshintergrund und integrierte Nicht-Deutsche ein, die arbeiten, sich einbringen und zu Land und Gesellschaft stehen. Diese Menschen, so Bollinger, hätten oft einen klareren Blick auf die Realität als viele Einheimische, denen man seit Jahrzehnten ein schlechtes Gewissen einrede.

Den härtesten Teil seiner Rede widmete Bollinger der Migrationspolitik – und hier wurde es konkret. Sollte die AfD in Rheinland-Pfalz Regierungsverantwortung übernehmen, kündigte er eine umfassende Migrationswende an. Abschiebungen müssten systematisch, organisiert und ohne Symbolpolitik erfolgen. Der Flughafen Hahn sei dafür prädestiniert, sagte Bollinger, und machte unmissverständlich klar, dass Abschiebungen dort nicht als Ausnahme, sondern als Dauerbetrieb gedacht seien. Angesichts von rund einer Million ausreisepflichtiger Personen sei alles andere realitätsfern.

Gleichzeitig betonte er – erneut – die Trennungslinie: legale Zuwanderung, Integration, Arbeit ja; illegale Migration und dauerhafte Alimentierung nein. Leistungen sollten auf das Existenzminimum begrenzt, Arbeitspflichten eingeführt werden. Allein dadurch, so Bollinger, ließen sich auf Landes- und kommunaler Ebene dreistellige Millionenbeträge einsparen.

Dieses Geld, machte er deutlich, wolle die AfD nicht „verschwinden lassen“, sondern umsteuern. Eine andere Energiepolitik – weg von Subventionen, weg von CO₂-Abgaben, weg von immer neuen Auflagen – sei ein zweiter großer Hebel. Die Energiewende nannte Bollinger einen Blindflug, von dem sich andere Länder mit Schaudern abwendeten. Subventionen, Dämmzwang, Klimaabgaben: all das solle fallen. Die Folge wären Entlastungen für Bürger, Handwerk und Kommunen.

Bollinger schlug dann den Bogen zu klassischen landespolitischen Themen: Straßenausbaubeiträge abschaffen, Grund- und Grunderwerbsteuer senken, Investitionsstau bei Straßen, Brücken, Schulen und Krankenhäusern auflösen. Rheinland-Pfalz investiere im Bundesvergleich am wenigsten – ein Armutszeugnis, das man in maroden Infrastrukturen täglich sehe.

Auch das Gesundheitswesen griff er auf: zu wenige Medizinstudienplätze, schlecht finanzierte Krankenhäuser, eine Landesregierung, die an dieser Stelle spare, obwohl der Bedarf offensichtlich sei. Wer Geld durch ideologische Projekte und Fehlanreize verschwende, brauche sich über Notstände nicht zu wundern.

Zum Ende setzte Bollinger zwei politische Markenzeichen: die Abschaffung des Rundfunkstaatsvertrags und den Ausbau direkter Demokratie nach Schweizer Vorbild. Volksentscheide dürften nicht durch unrealistische Hürden blockiert werden, sondern müssten echte Korrekturmöglichkeiten bieten – außer beim Haushalt. Politik solle wieder vom Bürger kontrolliert werden, nicht umgekehrt.

Sein Schluss war weniger programmatisch als mobilisierend: Die AfD könne all das nicht allein stemmen. Ihre Stärke seien Mitglieder und Wähler, die sich trotz Anfeindungen öffentlich zu ihr bekennen. 2026 solle ein „Wendejahr“ werden – und Rheinland-Pfalz ein zentraler Schauplatz.

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