24. März 2026
Manche Protestformen sind laut, fordernd, unübersehbar. Andere wirken gerade durch ihre Reduktion. Die „Schneemänner mit Würde“, die Kristina Scheyhing während der Corona-Jahre mitbegründet hat, gehören eindeutig zur zweiten Kategorie. Weiße Schutzanzüge, wenige Worte auf Schildern, stille Präsenz im öffentlichen Raum – und gerade dadurch eine Ausdrucksform, die auffällt, irritiert und Gesprächsräume öffnet. Im aktuellen Fingerklopfer-Talk spricht Scheyhing über die Entstehung ihres Buches „Schneemänner mit Würde – erinnern, erzählen, aufrichten“, über ihre Erfahrungen auf der Straße und über eine Gesellschaft, die ihrer Ansicht nach bis heute tief gespalten ist.