Frauenrechte unter Druck – Eindrücke vom „Frauenlauf Frankfurt“

Ein Bericht von Thomas Espey von Herborn Steht Auf wirft ein irritierendes Licht auf den Umgang mit einer Demonstration, die sich explizit dem Schutz von Frauen und der Thematisierung von Gewalt gegen Frauen widmete. Beim sogenannten Frauenlauf Frankfurt standen Berichte über Vergewaltigung, Massenvergewaltigung und Pädophilie im Mittelpunkt – vorgetragen von betroffenen Frauen selbst.
Störung statt Solidarität
Während Teilnehmerinnen friedlich auf die Straße gingen, um auf ihre Erfahrungen aufmerksam zu machen, kam es laut Espey bereits früh zu massiven Störungen. Drei Frauen stellten sich in unmittelbarer Nähe der Versammlung auf – ohne Anmeldung – und hielten Plakate mit der Aufschrift „IHR SEID EKELHAFT“ hoch. Erst nach einem ausdrücklichen Hinweis an die Polizei griffen die Beamten ein und führten ein „freundliches Aufklärungsgespräch“.
Die Situation eskalierte jedoch weiter: Die Störerinnen wurden zwar auf die gegenüberliegende Straßenseite verwiesen, doch dort schlossen sich vermummte Anhänger der Antifa an. Mit Megafonen und lautstarken Rufen wurde die Kundgebung weiter behindert – ohne sichtbares Eingreifen der Polizei.
Polizeiliches Zögern und offene Fragen
Auf erneute Nachfrage erklärte die Polizei, man müsse auf den Einsatzleiter warten. Dieser sei „unterwegs“, erschien jedoch nach Espeys Schilderung nicht. Stattdessen habe ein führender Beamter später mit der Gegengruppe gesprochen und sich einen Ausweis zeigen lassen – mutmaßlich, so der Verdacht, um eine spontane Gegendemonstration nachträglich zu legitimieren.
In der Folge durfte die Gegengruppe nicht nur weiter stören, sondern sogar hinter dem Demonstrationszug herlaufen. Begleitet wurde dies von Sprechchören wie „Nazis raus“ und „Alerta, Alerta, Antifaschista“ – Parolen, die mit dem ursprünglichen Anliegen der Veranstaltung nichts zu tun hatten.
Parallelen zu Herborn
Espey zieht zudem einen Vergleich zu früheren Erfahrungen in Herborn. Bei einer Bauern- und Mittelstandsdemo sei seiner Gruppe die gewünschte Strecke untersagt worden, da zeitgleich eine „Demo gegen rechts“ am Schießplatz stattfand – ebenfalls begleitet von vermummten Antifa-Anhängern und Personen aus dem SPD-Umfeld. Ein Richter aus Gießen habe einschreiten wollen, doch im Rathaus sei niemand mehr erreichbar gewesen. Brisant: Die Gegenseite habe bereits im Vorfeld von der verweigerten Streckengenehmigung gewusst – laut Espey eine Information aus dem Rathaus, wenn auch ohne bislang gerichtsfesten Beweis.
Ein bitteres Fazit
Der Bericht wirft grundlegende Fragen auf: Warum wird eine Demonstration für Frauenrechte geduldet gestört? Weshalb scheint das Einschreiten der Polizei selektiv zu erfolgen? Und wie passt das alles zu einem demokratischen Selbstverständnis, das Meinungs- und Versammlungsfreiheit eigentlich schützen soll?
Espeys zugespitzte Schlussbemerkung – „Faschistisches Deutschland (Finde den Fehler)“ – ist Ausdruck tiefer Frustration. Unabhängig von der Wortwahl bleibt ein Kernanliegen bestehen: Wenn selbst Anliegen wie der Schutz von Frauen vor Gewalt nicht mehr ungestört artikuliert werden können, sollte das alle alarmieren – ganz gleich, aus welchem politischen Lager sie kommen.