30. Januar 2026
Seit mehr als zwei Jahren sitzt Johanna Findeisen in Untersuchungshaft. Seit Mai 2024 steht sie im sogenannten Reichsbürger-Großverfahren vor Gericht, einem der umfangreichsten Strafprozesse der Nachkriegsgeschichte. Der Vorwurf: Beteiligung an einer staatsgefährdenden Straftat, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Hochverrat. Doch je länger der Prozess andauert, desto größer werden die Zweifel – nicht nur an der Substanz der Anschuldigungen, sondern auch an der Verhältnismäßigkeit des gesamten Vorgehens.
Johanna Findeisen ist keine Person, die in gängige Feindbilder passt. Sie wurde während der Corona-Zeit politisch aktiv, kandidierte für die Partei „dieBasis“, trat öffentlich als Friedensaktivistin auf und engagierte sich für gesellschaftliche Minderheiten. Menschen aus ihrem Umfeld beschreiben sie als versöhnlich, dialogorientiert, gewaltfrei. Sie ist Mutter von drei erwachsenen Kindern, engagierte sich in der Inklusionsarbeit und kommt aus einem familiären Umfeld, das stark durch historische Unrechtserfahrungen geprägt ist – ein Hintergrund, der ihr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden erklärt, nicht kriminalisiert.