07. Februar 2026
Vor etwa 2.700 Jahren geschah etwas, das rückblickend harmlos wirkt, tatsächlich aber die soziale Architektur der Menschheit dauerhaft veränderte. Fast zeitgleich entstanden im alten China und im kleinasiatischen Königreich Lydien die ersten genormten Geldformen. Nicht als philosophisches Experiment, sondern als pragmatische Antwort auf ein wachsendes Problem: komplexer werdende Gesellschaften brauchten ein skalierbares Tauschmittel.
Bis dahin lebten Menschen über Jahrtausende hinweg in weitgehend geldlosen Ordnungen. Getauscht wurde direkt, sozial eingebettet, lokal begrenzt. Schulden existierten, aber sie waren persönlich, zeitlich überschaubar und moralisch gerahmt. Geld sprengte diese Grenzen – und genau darin lag seine revolutionäre Kraft.