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Ist Limburg gefährlich? Was die Kriminalstatistik zeigt — und was nicht

22. August 2026 // Geschrieben von Redaktion

In Limburg wird über Polizeipräsenz und Kriminalität diskutiert (siehe zum Beispiel hier). Wir haben nicht die Diskussion nachgezeichnet, sondern die Zahlen zusammengetragen, auf die sie sich berufen könnte: die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 für die Polizeidirektion Limburg-Weilburg. Das Ergebnis ist zwiespältig — und die wichtigste Zahl sagt etwas anderes, als man erwarten würde.

Die Zahl, mit der Regionen verglichen werden

Wer wissen will, ob es irgendwo mehr Kriminalität gibt als anderswo, kann nicht einfach Fälle zählen. Eine Großstadt hat mehr Straftaten als ein Dorf, weil sie mehr Menschen hat. Der Vergleichsmaßstab heißt deshalb Häufigkeitszahl: Straftaten je 100.000 Einwohner.

Straftaten je 100.000 Einwohner im Jahr 2025. Land Hessen 6.002, Polizeidirektion Wiesbaden 7.554, Main-Taunus 5.039, Limburg-Weilburg 4.865, Hochtaunus 3.686, Rheingau-Taunus 3.036. PD Wiesbaden 7.554 PD Main-Taunus 5.039 PD Limburg-Weilburg 4.865 PD Hochtaunus 3.686 PD Rheingau-Taunus 3.036 Land Hessen 6.002 Quelle: Polizeipräsidium Westhessen, PKS 2025
Straftaten je 100.000 Einwohner. Limburg-Weilburg liegt unter dem Landeswert.

Für 2025 weist das Polizeipräsidium Westhessen für die Polizeidirektion Limburg-Weilburg 4.865 aus. Der hessenweite Wert liegt bei 6.002, der Durchschnitt des gesamten Präsidiums bei 5.037. Von den fünf Polizeidirektionen in Westhessen liegt Limburg-Weilburg im Mittelfeld — hinter Wiesbaden mit 7.554 und Main-Taunus mit 5.039, vor Hochtaunus und Rheingau-Taunus.

Gemessen an dieser Zahl ist die Kriminalität im Kreis also nicht hoch, sondern liegt deutlich unter dem Landeswert.

Was die Häufigkeitszahl nicht erfasst

Die Einschränkung formuliert das Polizeipräsidium selbst. Die Häufigkeitszahl setzt Straftaten ins Verhältnis zu gemeldeten Einwohnern. Touristen, Durchreisende, Berufspendler und andere nicht gemeldete Personen tauchen im Nenner nicht auf — die Straftaten, die ihnen widerfahren oder die sie begehen, im Zähler aber schon. Das Präsidium schreibt, dies beeinträchtige die Aussagekraft der Häufigkeitszahl.

Für eine Stadt wie Limburg ist das kein Randproblem: ICE-Halt, Autobahnkreuz, Einkaufsinnenstadt und Altstadt-Tourismus bringen täglich Menschen in die Stadt, die nirgends als Einwohner gezählt werden. Wer die Häufigkeitszahl einer solchen Stadt mit der einer reinen Wohngemeinde vergleicht, vergleicht zwei verschiedene Dinge.

Dazu kommt ein rechnerischer Effekt: In die Statistik für 2025 sind erstmals die Zahlen des Zensus 2022 eingeflossen. Für den Bereich des Präsidiums bedeutete das einen Bevölkerungsrückgang von 7.116 Personen. Ein kleinerer Nenner erhöht die Häufigkeitszahl, ohne dass eine einzige Tat mehr geschehen wäre.

Zehn Jahre Entwicklung

Erfasste Fälle in der Polizeidirektion Limburg-Weilburg: 2016 8.167, Tiefpunkt 2020 mit 6.822, Höchstwert 2023 mit 8.766, 2024 7.757, 2025 8.457. Aufklärungsquote 2025 64,1 Prozent. 0 2.500 5.000 7.500 10.000 8.167 2016 7.917 2017 7.226 2018 7.552 2019 6.822 2020 6.834 2021 7.640 2022 8.766 2023 7.757 2024 8.457 2025 erfasste Fälle Aufklärungsquote Quelle: Polizeipräsidium Westhessen, PKS 2025
Zehn Jahre Gesamtkriminalität in der Polizeidirektion Limburg-Weilburg.

2025 wurden in der Polizeidirektion Limburg-Weilburg 8.457 Straftaten erfasst, 700 mehr als im Vorjahr — ein Anstieg um 9,0 Prozent. Der Wert liegt über dem Zehnjahresschnitt, aber unter dem Höchststand von 2023 mit 8.766 Fällen. Der niedrigste Wert des Jahrzehnts stammt aus dem Jahr 2020 mit 6.822 Fällen, dem Jahr der Kontaktbeschränkungen.

Zugleich stieg die Aufklärungsquote auf 64,1 Prozent nach 61,4 Prozent im Vorjahr. Der Polizeipräsident wertet beides zusammen: Die höheren Fallzahlen seien auch das Ergebnis verstärkter Kontrollen, die bessere Aufklärung das Ergebnis der Ermittlungsarbeit.

Diese Lesart ist plausibel, aber sie ist eine Deutung. Wo mehr kontrolliert wird, werden mehr Delikte entdeckt, die sonst niemand angezeigt hätte — das gilt besonders für Drogen- und Waffendelikte. Ob mehr Taten geschehen oder mehr Taten gefunden werden, lässt sich aus der Statistik allein nicht beantworten.

Straftaten je 100.000 Einwohner in der Polizeidirektion Limburg-Weilburg: 2021 3.967, 2022 4.422, 2023 5.012, 2024 4.415, 2025 4.865. 0 2.000 4.000 6.000 8.000 3.967 2021 4.422 2022 5.012 2023 4.415 2024 4.865 2025 Quelle: Polizeipräsidium Westhessen, PKS 2025
Die Häufigkeitszahl schwankt seit fünf Jahren ohne klaren Trend.

Die Kernstadt Limburg im Einzelnen

Für die Kernstadt weist die Polizei drei Deliktsfelder gesondert aus:

  • Straßenkriminalität: 389 Fälle gegenüber 384 im Vorjahr — praktisch unverändert. Die Aufklärungsquote stieg von 26,3 auf 38,3 Prozent.
  • Gewaltkriminalität: 112 Fälle, 14 weniger als 2024.
  • Sachbeschädigung: 135 Fälle, 21 weniger. Die Aufklärungsquote stieg von 61,5 auf 82,0 Prozent.

In der Limburger Waffenverbotszone wurden 15 Delikte festgestellt, bei denen eine Waffe mitgeführt oder verwendet wurde; in 10 Fällen war es ein Messer.

Bemerkenswert ist ein Vergleich, den das Präsidium selbst zieht: Angriffe mit Messern haben in Westhessen insgesamt zugenommen — Wiesbaden und Limburg sind die beiden Ausnahmen mit rückläufigen Zahlen. Das Präsidium führt das auf die Waffenverbotszonen und die „Innenstadtoffensive" zurück.

Wo die Zahlen deutlich steigen

Zwei Deliktsfelder in der Direktion fallen aus dem Bild:

  • Wohnungseinbruch: 192 Fälle nach 148 im Vorjahr — ein Anstieg um fast ein Drittel. Die Aufklärungsquote liegt bei 13,5 Prozent, dem zweitniedrigsten Wert des Jahrzehnts. 2016 waren es noch 267 Fälle bei 23,2 Prozent Aufklärung.
  • Häusliche Gewalt: 329 Fälle nach 271 — plus 21,4 Prozent und der höchste Wert seit mindestens zehn Jahren. Die Aufklärungsquote liegt bei nahezu 100 Prozent, weil die Tatverdächtigen in aller Regel bekannt sind.

Bei häuslicher Gewalt ist eine steigende Zahl nicht ohne Weiteres eine schlechte Nachricht: Sie kann auch bedeuten, dass mehr Betroffene Anzeige erstatten. Das Dunkelfeld gilt in diesem Bereich als besonders groß.

Was diese Zahlen nicht beantworten

Drei Einschränkungen gehören dazu:

Die Statistik zählt Verdachtsfälle, keine Verurteilungen. Erfasst wird, was die Polizei bearbeitet und an die Staatsanwaltschaft abgibt — nicht, was ein Gericht später feststellt.

Sie kennt nur das Hellfeld. Was nicht angezeigt wird, kommt nicht vor. Änderungen im Anzeigeverhalten sehen in der Statistik aus wie Änderungen der Kriminalität.

Und für die Stadt Limburg allein liegt uns keine Häufigkeitszahl vor. Die Zahlen oben gelten für die gesamte Polizeidirektion, also für den ganzen Kreis Limburg-Weilburg. Die Vergleichswerte einzelner Kommunen sind in den veröffentlichten Unterlagen nur als Diagramm ohne Beschriftung enthalten. Wir fragen sie beim Polizeipräsidium Westhessen an und tragen sie nach, sobald sie vorliegen.


Alle Zahlen stammen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 für das Polizeipräsidium Westhessen, vorgestellt am 19. März 2026. Die Unterlagen sind auf den Seiten der Polizei Hessen öffentlich abrufbar.


Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Auswahl, Verdichtung und Formulierung erfolgten maschinell; vor der Veröffentlichung wurde er von einem Redakteur geprüft und freigegeben. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist die Redaktion.

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