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Konjunktureinbruch nach Iran-Krieg: Anleger erwarten Rückkehr der Rezession

07. April 2026 // Geschrieben von Manfred

Limburg – Die Stimmung unter Investoren ist dramatisch gekippt: Der sentix Konjunkturindex für den Euroraum ist im April deutlich eingebrochen. Auslöser ist vor allem die wirtschaftliche Verunsicherung infolge des Iran-Krieges – mit weitreichenden Folgen für Europa und die Weltwirtschaft.

Deutlicher Absturz im Euroraum

Der Gesamtindex für Euroland fiel im April um 16,1 Punkte auf -19,2 Zähler und markiert damit den niedrigsten Stand seit April 2025. Besonders stark brachen die Konjunkturerwartungen ein: Sie verloren innerhalb eines Monats 19 Punkte und rutschten auf -15,5 Punkte ab.

Damit rückt das Thema Rezession wieder klar in den Fokus der Anleger. Bereits Anfang März hatte es nach Ausbruch des Iran-Krieges erste Schockreaktionen gegeben – nun folgt laut sentix der „Abriss“ der Konjunkturerwartungen.

Energiepreise und Lieferengpässe als Belastungsfaktoren

Als zentrale Ursachen gelten die stark gestiegenen Ölpreise – zeitweise über 110 US-Dollar pro Barrel – sowie Störungen wichtiger Handelsrouten wie der Straße von Hormus. Diese Entwicklungen verstärken die wirtschaftliche Unsicherheit und drücken auf die Stimmung der Investoren.

Parallel dazu steigen die Inflationssorgen deutlich an. Das sentix-Themenbarometer signalisiert einen erneuten Inflationsschub, was die Spielräume der Notenbanken zusätzlich einschränkt. Eine unterstützende Geldpolitik erscheint vor diesem Hintergrund zunehmend unwahrscheinlich.

Deutschland rutscht tiefer in die Rezession

Auch die deutsche Wirtschaft gerät erneut unter Druck. Der sentix-Gesamtindex fällt um 15,6 Punkte auf -27,7 Zähler – ebenfalls der tiefste Stand seit einem Jahr. Besonders kritisch: Die Erwartungen brechen auf -16,8 Punkte ein und erreichen damit den niedrigsten Wert seit September 2024.

Damit bestätigt sich eine erneute Rezessionsphase in Deutschland, nachdem sich die Stimmung zu Jahresbeginn noch leicht aufgehellt hatte.

Schwäche greift weltweit um sich

Der Abschwung ist kein regionales Phänomen. Auch in den USA verschlechtert sich die Lage deutlich: Der dortige Gesamtindex fällt in den negativen Bereich (-3,2 Punkte) und verzeichnet bereits den dritten Rückgang in Folge.

Global zeigt sich ein ähnliches Bild: Der sentix Global Aggregate sinkt um 13,8 Punkte auf -2,9 Punkte. Die Weltwirtschaft bewegt sich damit laut Umfrage in Richtung Stagnation. Besonders auffällig ist der Einbruch der Erwartungen, die auf den tiefsten Stand seit Frühjahr 2025 fallen.

Sowohl etablierte Volkswirtschaften als auch Schwellenländer sind betroffen. Während Europa und Deutschland bereits klar im Rezessionsmodus gesehen werden, befinden sich die USA im Abschwung und viele asiatische Regionen in der Stagnation.

Frühindikator mit Signalwirkung

Der sentix-Index gilt als einer der schnellsten Frühindikatoren für die konjunkturelle Entwicklung, da er direkt die Einschätzungen von Investoren abbildet. Die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Lage in den kommenden Monaten weiter verschlechtern könnte.

Die Kombination aus geopolitischer Eskalation, steigenden Energiepreisen und wachsenden Inflationsrisiken sorgt für einen spürbaren Stimmungsumschwung an den Märkten. Die Rückkehr der Rezessionsängste ist damit nicht mehr nur ein Risiko – sie ist für viele Investoren bereits Realität.

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