Sicherheitsposse an Frankfurter Grundschule: Wachschutz statt Handwerker

Frankfurt am Main - An der Frauenhofschule sorgt derzeit eine ungewöhnliche Maßnahme für Kopfschütteln: Weil ein Treppengeländer rund sieben Zentimeter zu niedrig ist, setzt die Stadt nicht etwa auf eine schnelle bauliche Lösung – sondern auf einen Sicherheitsdienst.
Wachleute statt Werkzeug
Nach aktuellen Berichten wird die betroffene Treppe rund um die Uhr von Wachpersonal überwacht. Die Aufgabe: verhindern, dass Kinder über das Geländer klettern oder möglicherweise stürzen.
Was zunächst wie eine satirische Übertreibung klingt, ist tatsächlich Realität. Die Maßnahme wurde offenbar ergriffen, um die geltenden Sicherheitsvorschriften kurzfristig einzuhalten – bis eine bauliche Anpassung erfolgt.
Kosten laufen aus dem Ruder
Besonders brisant: Die Kosten für den Sicherheitsdienst gehen in die Tausende pro Tag. Beobachter erinnern an ähnliche Fälle in der Vergangenheit, bei denen innerhalb weniger Wochen Summen im fünfstelligen Bereich entstanden sind.
Kritiker stellen daher die naheliegende Frage: Warum wird nicht direkt saniert? Eine Anpassung des Geländers dürfte deutlich günstiger und nachhaltiger sein als ein dauerhafter Personaleinsatz.
Bürokratie statt Pragmatismus?
Der Fall gilt vielen als Paradebeispiel für überbordende Bürokratie. Offenbar verhindern langwierige Verfahren, Zuständigkeitsfragen oder Vergabeprozesse eine schnelle bauliche Lösung.
Stattdessen wird eine Übergangslösung gewählt, die zwar formal den Sicherheitsanforderungen entspricht – praktisch aber schwer vermittelbar ist.
Ein Problem mit Signalwirkung
Besonders kritisch: Das Problem könnte kein Einzelfall bleiben. In Frankfurt gibt es zahlreiche ältere Schulgebäude, deren Ausstattung nicht mehr vollständig den aktuellen Normen entspricht. Auch das Geländer in der Frauenhofschule soll bereits viele Jahrzehnte unbeanstandet "geländert" haben.
Sollte die Stadt hier konsequent nach demselben Muster vorgehen, könnten ähnliche Maßnahmen bald auch an anderen Schulen nötig werden – mit entsprechend hohen Kosten für die öffentliche Hand.
Schweigen von offizieller Seite
Eine öffentliche Stellungnahme der Schule selbst liegt bislang nicht vor. Auch seitens der Stadt bleibt vieles unklar – etwa, wie lange der Wachschutz noch im Einsatz bleiben soll und wann mit einer baulichen Lösung zu rechnen ist.
Der Fall der Frauenhofschule zeigt ein grundlegendes Dilemma: Zwischen Sicherheitsvorschriften, Verwaltungsprozessen und wirtschaftlicher Vernunft klafft mitunter eine erhebliche Lücke.
Während das Geländer nur wenige Zentimeter zu niedrig ist, scheint die Lösung um ein Vielfaches „zu hoch“ gegriffen.