#  Vier Bekanntmachungen zur Nachzählung — und zehn Fragen an die Aufsicht

12. September 2026 // Geschrieben von Redaktion

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**Fingerklopfer am Wochenende · Samstag, 12. September 2026**

Zwei Vorgänge haben diese Woche bestimmt, und beide handeln davon, wer wann was wusste. In Sachsen-Anhalt wuchs aus einer Nachzählung in einem Landkreis eine Prüfung in drei Regionen, mit vier Bekanntmachungen binnen vier Tagen. In Hessen erreichte der Löhnberger Finanzfall die Landesebene: Eine Abgeordnete fragt die Landesregierung in zehn Punkten, was Sparkassen- und Kommunalaufsicht voneinander wussten. Dazwischen: eine Festnahme im Sabotagefall, ein Zinsschritt der Europäischen Zentralbank und die höchste Teuerung bei Kraftstoffen seit über drei Jahren.

## Aus einem Landkreis wurden drei Regionen

Am Montag war es ein lokaler Vorgang: Der Kreiswahlleiter des Burgenlandkreises ließ die Stimmzettel aus **25 Wahlbezirken** neu auszählen, weil in 24 Wahllokalen die Zwischensummen in den Ergebnistabellen fehlten. Er schrieb dazu, es sei „nicht zwingend mit anderen Ergebnissen zu rechnen" — seine Aufgabe sei es, die Plausibilität herzustellen, damit der Kreiswahlausschuss das amtliche Ergebnis feststellen kann.

Am Donnerstag waren es drei Regionen. In **Dessau-Roßlau** wurde ein Briefwahlbezirk mit rund 500 Stimmen nachgezählt, im **Landkreis Börde** waren Wahlniederschriften nicht ordnungsgemäß ausgefüllt worden. Im Burgenlandkreis kamen zwei weitere Wahllokale hinzu — auf eines hatte ein **Wahlbeobachter** hingewiesen.

Inzwischen liegen dort [**vier Bekanntmachungen**](https://www.burgenlandkreis.de/de/pressebereich/bekanntmachung-des-kreiswahlleiters-der-wahlkreise-39-40-und-41.html) des Kreiswahlleiters vor, datiert auf den 7., zweimal den 9. und den 10. September. Im Rahmen der Tiefenprüfung seien weitere Wahllokale hinzugekommen, heißt es zur Begründung.

**Was bis heute nicht öffentlich ist: ob sich durch all das ein Ergebnis geändert hat.** Dessau-Roßlau hat am Donnerstag festgestellt — gewählt sind Burkhardt Ratzmann und Nadine Koppehel, beide AfD —, teilt zur Nachzählung aber nichts mit. Der Kreiswahlausschuss im Burgenlandkreis tagte am Freitagvormittag; eine Mitteilung dazu steht aus. Das endgültige Landesergebnis stellt der Landeswahlausschuss am **22. September** fest.

## Der Löhnberger Finanzfall erreicht die Landesebene

Am Dienstag vergangener Woche durchsuchten Ermittler rund acht Stunden lang Räume der **Kreissparkasse Weilburg**. Auf Anfrage dieser Redaktion teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit, es gehe um den Verdacht, Mitarbeiter könnten Darlehen an die Löhnberger Grundbesitz GmbH zu Unrecht ausgereicht haben; die Vorwürfe seien „Ausfluss aus dem gesonderten Ermittlungsverfahren gegen den vormaligen Bürgermeister". Grundlage war ein Beschluss des Amtsgerichts Frankfurt, beteiligt waren rund zehn Beamte.

Am Donnerstag brachte die FDP-Landtagsabgeordnete Marion Schardt-Sauer eine [**Kleine Anfrage**](http://starweb.hessen.de/cache/DRS/21/3/05173.pdf) ein, die diese Auskunft wörtlich aufgreift. In zehn Punkten fragt sie nach dem Kenntnisstand zweier Behörden: Seit wann wusste die Sparkassenaufsicht von den Kreditengagements, seit wann von besonderen Risiken, und welche Maßnahmen ergriff sie? Welchen Kenntnisstand hatte das Regierungspräsidium Gießen über die ausstehenden Jahresabschlüsse der Gemeinde, als es zwischen 2020 und 2023 die Haushalte genehmigte?

**Der Kern liegt an der Schnittstelle:** Was gab die Kommunalaufsicht an die Sparkassenaufsicht weiter, was umgekehrt — und welche Regelungen bestanden zwischen 2019 und 2023 überhaupt für diesen Austausch? Die Vorbemerkung hält zudem fest, dass die Haushaltsführung der Gemeinde bereits Jahre zuvor Gegenstand der Überörtlichen Prüfung kommunaler Körperschaften war. Eine Antwort der Landesregierung liegt nicht vor; dafür gelten regelmäßig sechs Wochen.

## Vom Bekennerschreiben zur Bundesanwaltschaft

Zu Wochenbeginn war der mutmaßliche Saboteur des Stromnetzes noch auf der Flucht; ein Großeinsatz im Hambacher Forst blieb erfolglos. Am Dienstag nahm die Polizei einen 48-Jährigen nahe dem Kraftwerk Weisweiler bei Aachen fest. Am Donnerstag übernahm der **Generalbundesanwalt** die Ermittlungen von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und den Staatsanwaltschaften Cottbus und Köln — wegen der besonderen Bedeutung des Falles.

Dessen Mitteilung beschreibt die Tatmittel genauer, als es zuvor öffentlich hieß: **Silvesterraketen oder ähnliche Gegenstände**, verbunden mit Zündern, Zeitschaltern und Drähten, die zu voreingestellten Zeiten in Richtung der Hochspannungsleitungen geschossen werden sollten. Bei zwei Umspannwerken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen kam es am 1. September tatsächlich zu Kurzschlüssen; zwei Braunkohlekraftwerke mussten abgeschaltet werden. Der Verdacht lautet auf verfassungsfeindliche Sabotage; es gilt die Unschuldsvermutung.

**Eine Zahl bleibt ungeklärt.** Am 7. September war von zwölf Sprengvorrichtungen in zwei sächsischen Landkreisen die Rede, am 8. September von neun bei Görlitz. Die Bundesanwaltschaft nennt keine Gesamtzahl. Diese Redaktion hat deshalb seit dem 9. September keine der beiden Zahlen wiederholt.

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## Der Krieg im Nahen Osten steht auf der Tankrechnung

Am Mittwoch bestätigte das [Statistische Bundesamt](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_320_611.html) eine Inflationsrate von **2,9 Prozent** für den August, nach 2,8 im Juli und 2,3 im Juni. Der Treiber ist die Energie: Energieprodukte verteuerten sich binnen Jahresfrist um 10,5 Prozent, so stark wie seit über drei Jahren nicht. Kraftstoffe kosteten **27,7 Prozent** mehr als im Vorjahr, leichtes Heizöl 49,6 Prozent. Behördenpräsidentin Ruth Brand führte das ausdrücklich auf den Iran-Krieg zurück.

Am selben Tag hob der Rat der **Europäischen Zentralbank** die drei [Leitzinssätze um je 25 Basispunkte an](https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2026/html/ecb.mp260910~314e508016.de.html), wirksam ab dem 16. September. Zur Begründung hieß es, der Konflikt im Nahen Osten erzeuge weiterhin Inflationsdruck; die Teuerung dürfte „für einen längeren Zeitraum deutlich über unserem Zielwert bleiben".

**Bemerkenswert ist die Gegenbewegung im Haushalt.** Während der Tankstellenpreis stieg, sanken Strom (−5,5 Prozent), Erdgas (−2,9) und Fernwärme (−1,0) im Vorjahresvergleich. Haushaltsenergie war deshalb insgesamt **billiger** als vor einem Jahr — was in der Wahrnehmung untergeht, weil die Zapfsäule sichtbarer ist als die Jahresabrechnung.

## Seit Freitag

## Zwei Hintermänner des Leipziger Drohnenangriffs namentlich bekannt

Deutsche Sicherheitsbehörden haben nach einem [Bericht der „Welt am Sonntag"](https://www.deutschlandfunk.de/neue-erkenntnisse-zu-hintermaennern-des-versuchten-drohnenangriffs-von-leipzig-100.html) neue Erkenntnisse über zwei Hintermänner des Anschlagsversuchs am Flughafen Leipzig/Halle. Die Männer seien namentlich bekannt; einer stamme aus Belarus, der andere sei russischer Staatsbürger, werde dem Militärgeheimdienst GRU zugeordnet und sei für die Logistik verantwortlich gewesen. Der Sprengstoff könnte in Hohlräumen von Lastwagen über Bulgarien und Serbien nach Deutschland gelangt sein. Die „Bild"-Zeitung berichtete von einer DNA-Spur, die mit einer Spur vom Brandanschlag auf das Leipziger DHL-Logistikzentrum vor zwei Jahren übereinstimme. **Amtlich bestätigt ist davon nichts**; die Bundesanwaltschaft ermittelt seit dem 6. August, eine Anklage gibt es nicht.

## Gasspeicher zu 51 Prozent gefüllt — bei einigen ist das Ziel nicht mehr erreichbar

Die deutschen Gasspeicher waren am 26. August zu **51,2 Prozent** gefüllt, das entspricht 126,8 Terawattstunden. Gegenüber dem Vorjahr sind das 45,2 TWh oder 17,7 Prozent weniger. Das geht aus der [Antwort der Bundesregierung](https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1211456) auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor. Rund ein Viertel der Speicher hat das Füllstandsziel bereits übertroffen; bei einigen ist es **technisch nicht mehr erreichbar**, namentlich bei den Porenspeichern Wolfersberg, Frankenthal, Inzenham-West und Breitbrunn, die sich nur langsam befüllen lassen. Die Bundesregierung verweist darauf, dass für die Versorgungssicherheit nicht der Füllstand einzelner Speicher maßgeblich sei, sondern der aller Speicher — und dass die Wintervorsorge „grundsätzlich eine Aufgabe der Gashändler" sei.

## Mehr Unternehmensinsolvenzen als in jedem Halbjahr seit 2013

Die deutschen Amtsgerichte haben im Juni **2.266 beantragte Unternehmensinsolvenzen** registriert, 15,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr waren es 12.812 — mehr gab es zuletzt 2013. Das teilt das [Statistische Bundesamt](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_325_52411.html) mit. Die Forderungen der Gläubiger lagen mit rund 18,5 Milliarden Euro dennoch **niedriger** als im Vorjahreszeitraum (28,2 Milliarden): Damals hatten mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt. Am häufigsten traf es gemessen an der Zahl der Unternehmen den Bereich **Verkehr und Lagerei** mit 71,6 Fällen je 10.000 Unternehmen, vor dem Gastgewerbe (59,6) und dem Baugewerbe (53,4). Verbraucherinsolvenzen stiegen im Juni um 5,1 Prozent auf 6.839. Zur Einordnung weist die Behörde darauf hin, dass ein Antrag erst nach der ersten Entscheidung des Gerichts in die Statistik eingeht — gestellt wurde er oft rund drei Monate früher.

## Saudi-Arabien schaltet die Umgehung der Straße von Hormus ab

Nach Drohnenangriffen hat Saudi-Arabien eine mehr als 1.200 Kilometer lange [Ölpipeline vorsorglich abgeschaltet](https://www.deutschlandfunk.de/saudi-arabien-schaltet-nach-angriffen-wichtige-pipeline-vorsorglich-ab-102.html), die vom Persischen Golf zum Roten Meer führt. Das Land nutzt sie seit Monaten verstärkt, um die **Blockade der Straße von Hormus** zu umgehen, über die wir am 7. September berichtet haben. Bei den Angriffen gab es nach Angaben des saudischen Energieministeriums Verletzte; nach Erkenntnissen des Außenministeriums wurden die Drohnen vom Irak aus gestartet, wo zahlreiche vom Iran unterstützte Milizen operieren. Die irakische Regierung ordnete eine Untersuchung an. Bereits Ende Juli war die Leitung Berichten zufolge angegriffen worden. **Damit fällt vorerst der Weg weg, der den Engpass am Golf umgehen sollte** — und die Energiepreise sind es, die nach den Zahlen dieser Woche die Teuerung in Deutschland treiben.

## In eigener Sache

In dieser Woche sind zehn Ausgaben und drei eigenständige Beiträge erschienen. Die Auskunft der Staatsanwaltschaft Frankfurt zur Durchsuchung bei der Kreissparkasse Weilburg beruht auf einer Anfrage dieser Redaktion; ein **Dossier** zum Löhnberger Finanzfall ist in Vorbereitung.

Neu ist seit Freitag die Rubrik **„Kurz gemeldet"** in den Tagesausgaben: Sie bündelt Vorgänge, die für ein eigenes Häppchen zu klein sind und trotzdem jemanden angehen — Zeugenaufrufe, Kursbeginne, kleinere Maßnahmen. Sie erscheint nur, wenn an dem Tag etwas anfällt.

## Termine

- **Sonntag, 13. September** — Kommunalwahl in Niedersachsen.
- **Mittwoch, 16. September** — die neuen EZB-Zinssätze treten in Kraft.
- **Sonntag, 20. September** — Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus.
- **Dienstag, 22. September** — Der Landeswahlausschuss stellt das Endergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fest.
- **Montag, 28. September** — Der Kreisausschuss des Kreises Limburg-Weilburg berät über das Abfallwirtschaftskonzept, das verschärfte Kontrollen der Biotonnen vorsieht.

**Der Gedanke zum Wochenende**

> Ein Fehler, der auffällt, ist noch kein Beweis für ein System — aber das Verfahren, das ihn findet, ist einer.

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*Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt. Auswahl, Verdichtung und Formulierung erfolgten maschinell; vor der Veröffentlichung wurde er von einem Redakteur geprüft und freigegeben. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist die Redaktion.*
