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#  Angst vor Terror-Sympathisanten: Berlins Linken-Spitzenfrau Eralp und die Frage der Sicherheit

**Berlin.** Es sind Sätze, die ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Und sie geben Einblick in die Sorgen einer Politikerin, die nach dem Wahlerfolg der Linken die Führung des Berliner Senats anstrebt.

Von Manfred · Stand: 29. Oktober 2026

 ![KI-generiertes Artikelbild mit einem Porträt von Elif Eralp vor dem Berliner Reichstag, einer Demonstrationsszene und der Schlagzeile „Angst vor Terror-Unterstützern“.](https://www.fingerklopfer.de/images/teaser/2026-10-29_eralp_berlin.jpg)

Wie zunächst der [Spiegel](https://www.spiegel.de/) und anschließend die [WELT](https://www.welt.de/politik/deutschland/article6ae2e32f21fd087fed7ee316/elif-eralp-ich-kann-meine-familie-nicht-in-gefahr-bringen-linken-politikerin-offenbart-angst-vor-terror-unterstuetzern.html) am 29. Oktober berichten, gelangten versehentlich interne Kommentare zur Autorisierung eines Interviews an die Redaktion. Darin begründet Elif Eralp, weshalb sie nicht öffentlich über den Aktivisten Ibrahim Ibrahim sprechen wolle.

> „Ich kann mich und meine Familie für den ‚Spiegel‘ nicht in Gefahr bringen.“
>
>  Elif Eralp laut WELT-Bericht über interne Interviewanmerkungen

Eralp verweist laut dem Bericht darauf, dass ihr das Landeskriminalamt bereits in der Vergangenheit geraten habe, keine konkreten Namen zu nennen. Damals sei es um organisierte Kriminalität gegangen, jetzt um Menschen mit Kontakten zur Hamas. Ihr Sprecher erklärte, die Politikerin sei seit Monaten Beleidigungen, Drohungen und Anfeindungen ausgesetzt. Eine konkrete Gefährdungsbewertung der Sicherheitsbehörden zu Ibrahim Ibrahim ist öffentlich nicht belegt.

## Der Auslöser: ein umstrittener Gast auf der Linken-Wahlparty

Ibrahim Ibrahim war bei einer Wahlparty der Neuköllner Linken im September 2026 aufgetaucht. Er wird Medienberichten zufolge seit Jahren mit dem Umfeld der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) in Verbindung gebracht. Die PFLP ist eine von der Europäischen Union als terroristisch eingestufte Organisation. Nach Medienberichten bezeichnete Ibrahim den früheren Hamas-Anführer Yahya Sinwar als „Märtyrerhelden“. Ibrahim bestreitet, Terrorismus zu unterstützen.

Die Anwesenheit eines solchen Aktivisten auf einer Parteiveranstaltung ist kein Beweis dafür, dass alle Teilnehmer seine Ansichten teilen. Sie wirft jedoch Fragen nach politischer Distanzierung und nach dem Umgang mit extremistischen Sympathiebekundungen auf. Bei Eralp tritt ein weiterer Aspekt hinzu: Ausgerechnet eine mögliche Regierungschefin schildert Angst vor Reaktionen, wenn sie Personen aus diesem Milieu öffentlich benennt.

## Weitere Recherchen: Kontroversen um die Neuköllner Linke

Die Auseinandersetzung ist nicht auf den Wahlabend beschränkt. Die [Jüdische Allgemeine berichtete am 26. Oktober](https://www.juedische-allgemeine.de/politik/linke-kandidat-fuer-neukoelln-recherchen-dokumentieren-naehe-zu-pflp-sympathisanten/) über ein Dossier der Monitoringgruppe Amit zum Neuköllner Linken-Politiker Ahmed Abed. Es dokumentiert nach Angaben der Zeitung Auftritte und Berührungspunkte mit Personen aus dem PFLP-nahen Umfeld. Daraus ergibt sich für sich genommen keine persönliche Unterstützung terroristischer Gewalt.

Ein weiterer Streitpunkt war ein Wahlkampfkonzert der Neuköllner Linken Ende August, bei dem der Rapper Dahabflex Texte mit Gewaltbezügen vortrug. Eralp bezeichnete den Auftritt als Grenzüberschreitung und forderte Konsequenzen. Wie die [Jüdische Allgemeine am 8. September berichtete](https://www.juedische-allgemeine.de/politik/staatsanwaltschaft-ermittelt-nach-antisemitischem-linke-konzert/), wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um die strafrechtliche Relevanz der Texte zu prüfen. Ein eingeleitetes Ermittlungsverfahren ist keine Feststellung von Schuld.

Damit zeigt sich auch eine wichtige Differenzierung: Eralp hat sich öffentlich gegen die betreffenden Liedtexte positioniert. Die politische Streitfrage ist vielmehr, wie konsequent solche Grenzen in allen Teilen des Landesverbands durchgesetzt werden.

## Was die Berliner Sicherheitsbehörden dokumentieren

Der [Berliner Verfassungsschutzbericht 2025](https://www.berlin.de/sen/inneres/verfassungsschutz/aktuelle-meldungen/2026/artikel.1676481.php) beschreibt eine extremistische israelfeindliche Szene, in der unter anderem das Vereinigte Palästinensische Nationalkomitee (VPNK) eine prägende Rolle spielt. Die Behörde berichtet über Veranstaltungen, bei denen das Existenzrecht Israels negiert und Hamas-Terror gefeiert worden sei. Dies ist keine pauschale Einordnung propalästinensischer Proteste als extremistisch.

 Eigene SVG-Darstellung nach dem Berliner Verfassungsschutzbericht 2025. Die Kategorien umfassen jeweils unterschiedliche Phänomenbereiche.Für den auslandsbezogenen Extremismus nennt die Behörde 1.700 Personen im Jahr 2025, nach 1.680 im Vorjahr; 1.100 davon rechnet sie der PKK zu. Im Bereich Islamismus stieg das Personenpotenzial von 2.440 auf 2.590. Diese Zahlen bezeichnen breite, unterschiedliche Beobachtungsfelder. Sie lassen keine Rückschlüsse auf die Zahl der Anhänger von Ibrahim Ibrahim oder die konkrete Bedrohungslage von Elif Eralp zu.

## Politisches Gewicht: 91 Sitze für ein mögliches rot-grün-rotes Bündnis

Nach dem amtlichen Endergebnis der Berliner Abgeordnetenhauswahl vom 20. September ist die Linke mit 25,7 Prozent und 45 Mandaten stärkste Kraft. Zusammen mit Grünen und SPD käme sie auf 91 der insgesamt 153 Sitze und hätte damit eine parlamentarische Mehrheit. Die Regierungsbildung ist noch keine abgeschlossene Tatsache.

 Eigene SVG-Darstellung nach amtlicher Sitzverteilung; Quelle: Landeswahlleiter Berlin. Amtliches Wahlergebnis 2026 (Zweitstimmen und Sitze)
| Partei | Zweitstimmen | Sitze |
|---|---|---|
| Die Linke | 25,7 % | 45 |
| CDU | 18,8 % | 33 |
| AfD | 16,3 % | 29 |
| Grüne | 14,3 % | 25 |
| SPD | 12,1 % | 21 |
| Mandate insgesamt |  | 153 |

## Die offenen Fragen

- Welche konkrete Gefährdungslage ist den Berliner Sicherheitsbehörden bekannt – und auf welche Personen bezogen sich frühere Empfehlungen an Eralp?
- Welche Konsequenzen zieht die Linke aus umstrittenen Auftritten und Kontakten einzelner Mitglieder zu Aktivisten aus dem PFLP-Umfeld?
- Wie gewährleistet eine mögliche neue Landesregierung eine klare Trennung zwischen politischem Protest und der Unterstützung terroristischer Organisationen?

Politikerinnen und Politiker müssen Bedrohungen nicht hinnehmen. Gerade angesichts tatsächlicher Anfeindungen ist eine persönliche Schutzentscheidung nicht mit politischer Zustimmung zu Extremisten gleichzusetzen. Gleichzeitig muss sich eine Regierungspartei daran messen lassen, wie transparent sie mit entsprechenden Vorwürfen umgeht und welche Grenzen sie in ihren eigenen Reihen zieht.

**Die eigentliche politische Frage lautet deshalb:** Gelingt es der Berliner Linken, ihre öffentliche Abgrenzung von Islamismus und antisemitischer Gewalt auch in der Praxis überprüfbar durchzusetzen?

## Kommentar der Redaktion: Die Geister, die man rief

Die Berliner Linke steht vor einem bemerkenswerten Widerspruch: Während einzelne ihrer Funktionäre wegen Kontakten zu Personen aus extremistischen Milieus in der Kritik stehen, berichtet ihre Spitzenkandidatin von Ängsten vor eben solchen Kreisen. Das erinnert an die Geister, die man rief und nun nicht mehr loswird. Allerdings darf die persönliche Sorge Elif Eralps um ihre Familie nicht mit mangelnder politischer Durchsetzungsfähigkeit gleichgesetzt werden. Die entscheidende Frage ist vielmehr, ob eine mögliche Regierungschefin innerhalb ihrer eigenen Partei klare Grenzen gegenüber islamistischem Extremismus und Antisemitismus ziehen und diese auch durchsetzen kann. Wer politische Verantwortung für Berlins Sicherheitsbehörden übernehmen will, muss gerade in dieser Frage glaubwürdig und konsequent handeln. Die bisherigen Auseinandersetzungen innerhalb der Linken geben Anlass, diese Führungsfrage besonders kritisch zu prüfen.

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### Quellen und weiterführende Informationen

- [WELT, 29.10.2026: Eralps interne Anmerkungen zur Interviewsituation](https://www.welt.de/politik/deutschland/article6ae2e32f21fd087fed7ee316/elif-eralp-ich-kann-meine-familie-nicht-in-gefahr-bringen-linken-politikerin-offenbart-angst-vor-terror-unterstuetzern.html)
- [Jüdische Allgemeine, 26.10.2026: Recherchen zu Ahmed Abed](https://www.juedische-allgemeine.de/politik/linke-kandidat-fuer-neukoelln-recherchen-dokumentieren-naehe-zu-pflp-sympathisanten/)
- [Jüdische Allgemeine, 08.09.2026: Ermittlungen nach umstrittenem Konzert](https://www.juedische-allgemeine.de/politik/staatsanwaltschaft-ermittelt-nach-antisemitischem-linke-konzert/)
- [Senatsverwaltung Berlin: Verfassungsschutzbericht 2025](https://www.berlin.de/sen/inneres/verfassungsschutz/aktuelle-meldungen/2026/artikel.1676481.php)
- [Landeswahlleiter / Berlin.de, 12.10.2026: Endgültige Sitzverteilung](https://www.berlin.de/aktuelles/10692677-958090-wahlergebnis-amtlich-festgestellt-153-si.html)

Redaktioneller Hinweis: Grundlage sind öffentlich zugängliche Medienberichte und amtliche Veröffentlichungen. Das interne Interviewdokument wurde von der Redaktion nicht im Original eingesehen. Die Grafiken sind eigene, schematische SVG-Auswertungen der genannten amtlichen Zahlen.

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