- [ Analyse ](https://www.fingerklopfer.de/index.php?option=com_tags&view=tag&id%5B0%5D=1022:analyse)
- [ Recherche ](https://www.fingerklopfer.de/index.php?option=com_tags&view=tag&id%5B0%5D=1074:recherche)
- [ Energieinfrastruktur ](https://www.fingerklopfer.de/index.php?option=com_tags&view=tag&id%5B0%5D=1121:energieinfrastruktur)
- [ BKA ](https://www.fingerklopfer.de/index.php?option=com_tags&view=tag&id%5B0%5D=1122:bka)
- [ Politisch motivierte Kriminalität ](https://www.fingerklopfer.de/index.php?option=com_tags&view=tag&id%5B0%5D=1123:politisch-motivierte-kriminalitaet)
- [ Sabotage ](https://www.fingerklopfer.de/index.php?option=com_tags&view=tag&id%5B0%5D=1124:sabotage)

#  Von Berlin bis NRW: Angriffe auf Energieanlagen – und was die BKA-Zahlen tatsächlich zeigen

16. September 2026 // geschrieben von Manfred

 ![](https://www.fingerklopfer.de/images/teaser/2026-09-16_bkastatistik.jpg)

Brandanschlag in Berlin, Sabotage an Umspannwerken in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg: Angriffe auf die Energieinfrastruktur sind längst keine abstrakte Gefahr mehr. Eine exklusive Auswertung von Zahlen des Bundeskriminalamts zeigt zugleich einen auffälligen Wandel: Bereinigt um Versammlungsdelikte hat sich die Zahl politisch motivierter Straftaten mit Angriffsziel Energieversorgung von 2024 auf 2025 nahezu verdreifacht. Doch die Statistik hat erhebliche Grenzen – und ein großer Teil der Fälle bleibt ungeklärt.

Am 3. Januar 2026 gingen in weiten Teilen des Berliner Südwestens die Lichter aus. An einer Kabelbrücke über den Teltowkanal nahe dem Kraftwerk Lichterfelde waren mehrere Hochspannungskabel durch Feuer beschädigt worden. 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden in Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde waren zeitweise ohne Strom. Auch die Fernwärmeversorgung war betroffen. Nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters waren insgesamt rund 100.000 Menschen von den Folgen betroffen. ([Berlin.de](https://www.berlin.de/sen/web/presse/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1629952.php "Stromausfall im Berliner Südwesten - Berlin.de"))

Was zunächst wie eine schwere technische Störung wirkte, stellte sich als gezielter Brandanschlag heraus. Der Polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen; eine dem linksextremistischen Spektrum zugerechnete sogenannte „Vulkangruppe“ bekannte sich zu der Tat. Polizei und Sicherheitsbehörden hielten ein Bekennerschreiben für glaubhaft. Die Bundesanwaltschaft übernahm später die Ermittlungen. Erst am 7. Januar konnte die Vollversorgung wiederhergestellt werden – zunächst über eine provisorische Lösung. Der rbb bezeichnete den Ausfall als den längsten Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte. ([Berlin.de](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1629912.php "Starkstromkabel angezündet – Zeuginnen und Zeugen gesucht - Berlin.de"))

Nur acht Monate später rückte die Verwundbarkeit des Stromnetzes erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

## Im September geraten Umspannwerke ins Visier

Am 1. September 2026 wurden am Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg zahlreiche unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen entdeckt. Nach Angaben der Polizei befand sich dort eine niedrige zweistellige Zahl solcher Vorrichtungen; einige hatten funktioniert, andere nicht. Kurzschlüsse wurden ausgelöst, die Stromversorgung konnte jedoch über andere Leitungen stabil gehalten werden. Die Ermittler nahmen unter anderem Ermittlungen wegen des Verdachts der Störung öffentlicher Betriebe, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel und der Bildung einer terroristischen Vereinigung auf. ([Polizei Brandenburg](https://polizei.brandenburg.de/pressemeldung/nach-angriffen-auf-die-stromversorgung/5712076 "Nach Angriffen auf die Stromversorgung | Polizeimeldungen | Polizei Brandenburg"))

Nahezu zeitgleich kam es in Bergheim im Rhein-Erft-Kreis zu einer Störung an einem Umspannwerk des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Nach Erkenntnissen der Ermittler waren mit selbstgebauten Abschussvorrichtungen feuerwerksähnliche Flugkörper mit leitfähigem Material in Richtung der Höchstspannungsleitungen geschossen worden. Es kam zu einem Kurzschluss; mehrere Kraftwerksblöcke gingen vorübergehend vom Netz. Im Umfeld wurden neun Abschussvorrichtungen sowie Reste von Pyrotechnik gefunden. Polizei und Staatsanwaltschaft Köln ermittelten wegen verfassungsfeindlicher Sabotage und Störung öffentlicher Betriebe. ([WDR](https://www1.wdr.de/nrw/sabotage-umspannwerke-nrw-brandenburg-chronik-100.html "Angriffe auf Umspannwerke: Chronologie der Ereignisse"))

Damit war es nicht getan. Am 3. September entdeckten Spaziergänger an einem Umspannwerk bei Dormagen zwei weitere ähnliche Vorrichtungen. Schäden entstanden dort nicht. Am folgenden Tag untersuchten Einsatzkräfte Bereiche am Kraftwerk Weisweiler und bei Eschweiler, nachdem Orte in einem Bekennerschreiben genannt worden waren. Auch dort wurde eine Abschussvorrichtung gefunden. Am 5. September wurden in Sachsen zwölf Sprengsätze im Bereich zweier Hochspannungstrassen entdeckt. Zwei Tage später stießen Ermittler erneut auf Abschussvorrichtungen und gingen Hinweisen unter anderem in Wesel, Wuppertal und Weisweiler nach. ([WDR](https://www1.wdr.de/nrw/sabotage-umspannwerke-nrw-brandenburg-chronik-100.html "Angriffe auf Umspannwerke: Chronologie der Ereignisse"))

In Bekennerschreiben wurde die Aktion mit einer Ablehnung fossiler Stromerzeugung begründet. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul bezeichneten die Vorgänge öffentlich als „Klimaextremismus“. Ob und in welchem Umfang die einzelnen Taten tatsächlich demselben Täter zuzurechnen sind, ist Gegenstand der Ermittlungen. Am 8. September nahm die Polizei einen 48-jährigen Tatverdächtigen in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler fest. Nach Angaben der Ermittler führte er weitere Sprengmittel mit sich; in einem nahegelegenen Zelt wurden zusätzliche Sprengladungen gefunden. ([WDR](https://www1.wdr.de/nrw/sabotage-umspannwerke-nrw-brandenburg-chronik-100.html "Angriffe auf Umspannwerke: Chronologie der Ereignisse"))

Berlin und die September-Vorfälle unterscheiden sich in Tatmittel, mutmaßlichem Hintergrund und Schadensausmaß erheblich. Gemeinsam ist ihnen jedoch eines: Mit vergleichsweise begrenzten Mitteln werden neuralgische Punkte einer Infrastruktur angegriffen, deren Ausfall sehr schnell Folgen weit über den eigentlichen Tatort hinaus haben kann.

Genau vor diesem Hintergrund hatte der **Fingerklopfer** das Bundeskriminalamt nach der Entwicklung solcher Straftaten gefragt.

  [ ![Die Infografik zeigt, wie sich politisch motivierte Straftaten mit Angriffsziel Energieversorgung laut BKA zwischen 2024 und 2025 verändert haben: Während die Gesamtzahl nur moderat von 176 auf 217 Fälle steigt, nimmt die Zahl der Fälle ohne Versammlungsdelikte von 68 auf 203 deutlich zu – bei zugleich stark sinkender Aufklärungsquote. (Quelle: BKA, fingerklopfer.de)](https://www.fingerklopfer.de/media/acfgallery/content/937/17/ChatGPT_Image_16._Sept._2026_14_25_23_thumb.png) ](https://www.fingerklopfer.de/media/acfgallery/content/937/17/ChatGPT_Image_16._Sept._2026_14_25_23_original.png)Die Infografik zeigt, wie sich politisch motivierte Straftaten mit Angriffsziel Energieversorgung laut BKA zwischen 2024 und 2025 verändert haben: Während die Gesamtzahl nur moderat von 176 auf 217 Fälle steigt, nimmt die Zahl der Fälle ohne Versammlungsdelikte von 68 auf 203 deutlich zu – bei zugleich stark sinkender Aufklärungsquote. (Quelle: BKA, fingerklopfer.de)

## Das Problem beginnt schon bei der Statistik

Die erste wichtige Antwort des BKA lautet: Eine bundesweite Statistik speziell über Angriffe auf das **Stromnetz** existiert in dieser Form nicht.

Im Kriminalpolizeilichen Meldedienst Politisch motivierte Kriminalität, kurz KPMD-PMK, können Taten zwar mit Angriffszielen versehen werden. Relevant sind hier unter anderem die Unterangriffsziele „Energieversorgungsbetrieb“ und „Energieversorgungseinrichtung“. Unter den ersten Begriff fallen nach Angaben des BKA beispielsweise Energieunternehmen. Das Angriffsziel „Energieversorgungseinrichtung“ umfasst dagegen unter anderem Gasleitungen, Gasspeicher, Stromleitungen und Umspannwerke.

Eine automatisierte Auswertung ausschließlich für Einrichtungen der Stromversorgung ist damit nicht möglich. Gas- und Strominfrastruktur sowie weitere Teile des Energiebereichs liegen in derselben statistischen Betrachtung.

Noch entscheidender: Die Zahlen erfassen ausschließlich Fälle, die als **politisch motivierte Kriminalität** bewertet wurden. Ein Kabeldiebstahl, eine Sachbeschädigung oder eine sonstige Manipulation ohne festgestellten politischen Hintergrund taucht in diesen Zahlen nicht auf. Das BKA weist zugleich darauf hin, dass auch die allgemeine Polizeiliche Kriminalstatistik keine gesonderte Auswertung nach dem Angriffsziel „Anlagen der Stromversorgung“ erlaubt.

Die Länder melden politisch motivierte Straftaten über den gemeinsamen Meldedienst. Die Bewertung, welchem Phänomenbereich eine Tat zugeordnet wird, liegt grundsätzlich bei den Landespolizeien beziehungsweise Landeskriminalämtern. Das BKA führt die Daten bundesweit zusammen. Der KPMD-PMK ist dabei gerade darauf ausgelegt, Straftaten mehrdimensional nach Deliktsart, Themenfeld und politischer Zuordnung zu erfassen. ([Bundeskriminalamt](https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/PMK/PMKAI/PMKAI_node.html "BKA - Politisch motivierte Kriminalität - ausländische Ideologie -"))

Für 2026 legt das BKA nach eigener Auskunft grundsätzlich keine unterjährigen Fallzahlen vor. Die aktuellen Anschläge und Sabotageversuche vom Januar und September sind deshalb in den nachfolgenden Zahlen **nicht enthalten**.

## 176 Fälle werden 217 – doch dieser Vergleich greift zu kurz

Für die Jahre 2024 und 2025 hat das BKA dem Fingerklopfer die bundesweiten Daten zu politisch motivierten Straftaten mit den Angriffszielen Energieversorgungsbetrieb und/oder Energieversorgungseinrichtung zur Verfügung gestellt. Mehrfachnennungen wurden dabei bereinigt.

Auf den ersten Blick erscheint die Entwicklung überschaubar: Die Zahl steigt von 176 Fällen im Jahr 2024 auf 217 Fälle im Jahr 2025 – ein Plus von rund 23 Prozent.

Die Zusammensetzung der Fälle verändert sich jedoch fundamental.

 | Politisch motivierte Straftaten mit Angriffsziel Energieversorgung | 2024 | 2025 |
|---|--:|--:|
| Fälle insgesamt | 176 | 217 |
| Verstöße gegen das Versammlungsgesetz | 108 | 14 |
| **Fälle ohne Versammlungsdelikte** | **68** | **203** |
| Sachbeschädigungen | 18 | 58 |
| Hausfriedensbruch | 10 | 24 |
| Diebstahl | 0 | 12 |
| Gewaltdelikte | 8 | 11 |
| davon Brandstiftungen | 5 | 6 |
| davon Sprengstoffdelikte | 0 | 2 |
| Aufklärungsquote insgesamt | 26,1 % | 7,8 % |

2024 entfielen noch 108 der 176 registrierten Fälle – mehr als 61 Prozent – auf Verstöße gegen das Versammlungsgesetz. 2025 waren es nur noch 14 von 217 Fällen.

Nimmt man diese Delikte aus dem Vergleich heraus, verändert sich das Bild drastisch: **68 Fälle im Jahr 2024 stehen 203 Fällen im Jahr 2025 gegenüber. Die Zahl hat sich damit nahezu verdreifacht.**

Das bedeutet nicht automatisch, dass sich die Zahl gezielter Sabotageakte verdreifacht hätte. Eine solche Aussage geben die Daten ausdrücklich nicht her. Aber der Charakter der registrierten Fälle hat sich sichtbar verschoben. Sachbeschädigungen steigen von 18 auf 58 Fälle, Hausfriedensbruch von zehn auf 24 und Diebstahl von null auf zwölf. Bei den Gewaltdelikten wurden 2025 sechs Brandstiftungen und zwei Sprengstoffdelikte registriert.

Auffällig ist zugleich die politische Zuordnung. 2024 wurden 138 der 176 Fälle dem Bereich PMK-links zugeordnet. 2025 waren es 93. Das sieht zunächst nach einem deutlichen Rückgang aus. Auch hier verzerren jedoch die Versammlungsdelikte das Bild. Ohne diese steigt die Zahl der PMK-links zugeordneten Fälle von 31 auf 79.

Im Bereich „ausländische Ideologie“ steigt die Zahl von einem Fall 2024 auf 27 Fälle 2025. Die „sonstige Zuordnung“ wächst gleichzeitig von 35 auf 91 Fälle und macht damit 2025 rund 42 Prozent aller erfassten Fälle aus. PMK-rechts steigt von zwei auf sechs Fälle.

Besonders erklärungsbedürftig ist dabei die Kategorie „ausländische Ideologie“: 26 der 27 Fälle des Jahres 2025 befinden sich nach den vom BKA gelieferten Tabellen in der Sammelgruppe „Übrige Delikte“. Welche konkreten Straftatbestände sich dahinter verbergen, geht aus den bislang übermittelten Daten nicht hervor. Der Fingerklopfer hat dazu beim BKA nachgehakt.

### Fingerklopfer-Newsletter abonnieren

Recherchen, Vor-Ort-Berichte und neue Artikel direkt per Mail: Mit unserem kostenlosen Newsletter verpasst ihr keine neuen Fingerklopfer-Beiträge.

 [NEWSLETTER ABONNIEREN](https://www.fingerklopfer.de/de/newsletter-anmeldung)

## Brand- und Sprengstoffdelikte – kein einziger Fall aufgeklärt

Fast noch auffälliger als die Entwicklung der Fallzahlen ist die Aufklärung.

2024 galten 46 der 176 Fälle als aufgeklärt. Das entspricht 26,1 Prozent. 2025 waren es nur noch 17 von 217 Fällen – eine Aufklärungsquote von **7,8 Prozent**.

Der starke Rückgang lässt sich nicht allein mit der veränderten Zahl der Versammlungsdelikte erklären. Bereinigt um Verstöße gegen das Versammlungsgesetz liegt die Aufklärungsquote 2024 bei 29,4 Prozent und 2025 bei nur noch 7,9 Prozent.

Nach den vom BKA übermittelten Tabellen wurde von den fünf Brandstiftungen des Jahres 2024 und den sechs Brandstiftungen des Jahres 2025 **keine einzige aufgeklärt**. Gleiches gilt für die beiden 2025 registrierten Sprengstoffdelikte.

Das BKA weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass Aufklärungsquoten im Bereich der politisch motivierten Kriminalität nicht unmittelbar mit den Quoten der allgemeinen Kriminalstatistik verglichen werden können. „Aufgeklärt“ bedeutet im KPMD-PMK, dass nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis mindestens ein Tatverdächtiger namentlich bekannt ist.

Auch die absoluten Zahlen sind klein genug, dass bereits wenige aufgeklärte oder ungeklärte Verfahren die Quote deutlich verändern können. Dennoch bleibt der Befund bemerkenswert: Gerade bei den schwereren in der Statistik ausgewiesenen Delikten ist die Zahl identifizierter Tatverdächtiger ausgesprochen niedrig.

## Fremdstaatliche Sabotage: Das BKA sieht eine wachsende Verdachtslage – aber keine Energie-Statistik

Ein weiterer Teil unserer Anfrage richtete sich auf mögliche ausländische staatliche Steuerung.

Hier bleibt die Antwort des BKA bewusst allgemeiner als die PMK-Statistik. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine lägen Erkenntnisse vor, dass westliche Staaten und damit auch Deutschland im Zielspektrum russischer Nachrichtendienste beziehungsweise prorussischer Akteure stünden, teilte das Bundeskriminalamt mit.

Das zeige sich an einem erhöhten Aufkommen potenzieller Ausspähungs- und Sabotageverdachtsfälle – einschließlich möglicher Cybersabotage. Seit 2024 seien den Bundessicherheitsbehörden zahlreiche Vorfälle bekannt geworden, bei denen die Urheberschaft ungeklärt geblieben sei und eine fremdstaatliche Steuerung zumindest möglich erscheine. Bei „einigen wenigen“ Vorfällen werde sie als wahrscheinlich angesehen.

Für das Jahr 2025 registrierte das BKA nach eigener Aussage in seiner Funktion als Zentralstelle eine **mittlere dreistellige Anzahl von Sabotageverdachtsfällen und mutmaßlichen Ausspähungssachverhalten**.

Diese Zahl darf jedoch nicht mit den 217 Fällen mit Angriffsziel Energieversorgung gleichgesetzt werden. Die Sabotage- und Ausspähungssachverhalte beziehen sich auf unterschiedliche Bereiche und nicht allein auf die Energieversorgung. Ebenso wenig lässt sich daraus schließen, dass hinter den ungeklärten Angriffen auf Energieanlagen ausländische Akteure stehen.

Gerade diese Trennung ist wichtig. Die Statistik zeigt gleichzeitig linksmotivierte Straftaten, Fälle aus dem Bereich ausländische Ideologie, nicht näher zugeordnete Vorgänge und eine allgemeine fremdstaatliche Sabotagebedrohung. Daraus eine gemeinsame Täterstruktur abzuleiten, wäre durch die vorliegenden Informationen nicht gedeckt.

Was die Zahlen jedoch zeigen, ist eine andere Entwicklung: **Angriffe und Straftaten gegen Einrichtungen der Energieversorgung lassen sich bundesweit bislang nur unvollständig abbilden. Gleichzeitig verändert sich innerhalb der politisch motivierten Fälle die Deliktsstruktur erheblich.**

Berlin hat Anfang Januar demonstriert, welche Auswirkungen ein erfolgreicher Angriff auf wenige neuralgische Leitungen haben kann: rund 100.000 betroffene Menschen, beeinträchtigte Wärmeversorgung, Notstromaggregate, Krisenstäbe und tagelange Reparaturarbeiten. Die Ereignisse Anfang September zeigen wiederum, dass Umspannwerke und Hochspannungsleitungen gezielt mit improvisierten Vorrichtungen angegriffen werden können. Berlin reagierte auf die Anschläge inzwischen mit zusätzlichen technischen, organisatorischen und physischen Schutzmaßnahmen für neuralgische Punkte seiner Energieversorgung. ([Berlin.de](https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1672172.php "Maßnahmenplan zum Schutz von neuralgischen Punkten der kritischen Infrastruktur: das TOP-Konzept für verstärkte technische, organisatorische und physische Maßnahmen im Bereich der Energieversorgung - Berlin.de"))

Damit entsteht eine bemerkenswerte Diskrepanz: Die tatsächliche Sicherheitsdebatte dreht sich zunehmend um Sabotage und die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur. Die bundesweite Kriminalstatistik kann aber nicht einmal trennscharf beantworten, wie viele Angriffe es speziell auf das Stromnetz gegeben hat.

Und für das laufende Jahr 2026, in dem allein Berlin sowie die aktuelle Serie in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen erhebliche Aufmerksamkeit ausgelöst haben, gibt das BKA unterjährig überhaupt keine Fallzahlen heraus.

Die Frage, ob Angriffe auf die deutsche Stromversorgung tatsächlich quantitativ zunehmen, lässt sich damit derzeit nicht belastbar beantworten. Dass das Thema sicherheitspolitisch an Bedeutung gewonnen hat, lässt sich dagegen kaum übersehen.

### Quellen

- **Bundeskriminalamt:** Antwort auf die Presseanfrage des Fingerklopfer vom 2. September 2026 sowie übermittelte statistische Tabellen zu den Unterangriffszielen „Energieversorgungsbetrieb“ und „Energieversorgungseinrichtung“, Berichtsjahre 2024 und 2025.
- **Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, 3. Januar 2026:** Angaben zu 45.400 betroffenen Haushalten, 2.200 Gewerbekunden sowie Auswirkungen auf Hochspannungskabel und Fernwärmeversorgung. [Pressemitteilung des Landes Berlin](https://www.berlin.de/sen/web/presse/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1629952.php?utm_source=chatgpt.com)
- **Polizei Berlin, 4. Januar 2026:** Ermittlungen des Polizeilichen Staatsschutzes nach dem Brand an Starkstromkabeln in Lichterfelde. [Polizeimeldung Berlin](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1629912.php?utm_source=chatgpt.com)
- **rbb24, 7. Januar 2026:** Wiederherstellung der Stromversorgung, rund 100.000 betroffene Menschen und Übernahme der Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft. [rbb24 zum Berliner Stromausfall](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/01/berlin-suedwesten-stromausfall-nikolassee-wannsee-zehlendorf-lichterfelde-strom-wieder-da.html?utm_source=chatgpt.com)
- **Land Berlin, 19. Mai 2026:** Maßnahmenplan zum zusätzlichen Schutz neuralgischer Punkte der kritischen Energieinfrastruktur nach den Anschlägen von September 2025 und Januar 2026. [TOP-Konzept des Berliner Senats](https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1672172.php?utm_source=chatgpt.com)
- **Polizei Brandenburg, 1.–8. September 2026:** Ermittlungen und Fahndungsmaßnahmen nach dem Angriff auf Leitungen am Umspannwerk Turnow-Preilack sowie Zusammenhang mit weiteren Sabotagefällen. [Polizei Brandenburg zum Angriff vom 1. September](https://polizei.brandenburg.de/pressemeldung/zeugen-gesucht/5711670?utm_source=chatgpt.com)
- **WDR, Stand 8. September 2026:** Chronologie der Sabotagefälle in Brandenburg, Bergheim, Dormagen, Weisweiler/Eschweiler und Sachsen sowie Festnahme des Tatverdächtigen. [WDR-Chronologie der Sabotagefälle](https://www1.wdr.de/nrw/sabotage-umspannwerke-nrw-brandenburg-chronik-100.html?utm_source=chatgpt.com)
- **Bundeskriminalamt:** Beschreibung des KPMD-PMK und der mehrdimensionalen Erfassung politisch motivierter Straftaten. [BKA zur Politisch motivierten Kriminalität](https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/PMK/pmk_node.html?utm_source=chatgpt.com)
